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Borretsch

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

Borretsch  (Borago officinale)

Die Gewürz- und Heilpflanze im Spiegel ihres eigenen Daseins:

  1. Mit rauer Schale, aber strahlendem Kern kann sie geistig Freude bringen, sie stimuliert und hilft als echter Blauhimmelsstern bei Melancholie und Depression.
  2. Als Meister der Anpassungsfähigkeit hilft sie unkompliziert mit kühlender Energie bei körperlichen Haut- und Gelenkproblemen und wirkt schmerzstillend bei Entzündungen.

Borretsch-Pflanzen sind einjährig und nicht winterhart. Aussaat von März bis Juni, auch ins Freiland. Borretsch wird bis 60 cm hoch, wächst mit großen ovalen Blättern, die wechselständig und runzelig sind. Die Stängel sind hohl, aufrecht und verzweigt, aber rauh behaart. Die sehr schönen Blüten sind fast immer himmelblau, selten weiß, und erscheinen nickend in lockeren Wickeln. Blütezeit ist Mai bis September. Die Anmutung der Pflanze ist einerseits rau und borstig, auf der anderen Seite besticht sie durch ihre strahlenden Blüten.

Borretsch mag warme und sonnige Standorte auf kalkhaltigen nährstoffreichen Böden. Die Pflanze kann gut in Gärten kultiviert werden, kann aber auch einfach im Topf und Kübel gezogen werden und säht sich meistens von selbst im Garten aus, findet sich aber auch verwildert in Randlagen und Brachflächen in Lagen bis 1300 m ü.d.M.

Der wissenschaftliche Name des Borretsch ist Borago officinale; die Pflanze gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), der Borretschgewächse. Für den Namen Borretsch gibt es eine Reihe unterschiedlicher Erklärungen. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Name auf das keltische Wort borrach (= Mut) zurück zu führen ist, da eine schon früh erkannte wesentliche Eigenschaft der Pflanze sein soll, Melancholie, Kummer und Traurigkeit zu vertreiben.

 


Blüten des Borretsch
© VedaLife, Ayurvedabilder

Weitere Bezeichnungen für Borretsch (manchmal auch Boretsch geschrieben) sind Blaustern, Gurkenkraut (abgeleitet vom charakteristischen Gurkengeschmack der Blätter), Herzfreude, Blauhimmelsstern, Wohlgemutsblume, Herzblümlein, Kukumerkraut; engl. Borage. Borretsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist heute in ganz Mitteleuropa meist in verwilderter Form anzutreffen.

Verwendete Pflanzenteile in der Pflanzenheilkunde sind die Borretschblüten, die Bornesit, Allantoin, und Kaliumsalze enthalten. Das Borretschkraut selbst enthält Gerbstoffe, Kieselsäure und Schleimstoffe sowie Pyrrolizidin-Alkaloide. Wegen des hohen Pyrrolizidingehaltes des Borretschkrautes  sollte diese Arzneidroge nicht mehr pharmazeutisch angewendet werden. Pyrrolizidin hat krebserregende und erbgutschädigende Eigenschaften. Deshalb sollte sie auch als Küchengewürz sparsam verwendet werden. Aus den Samen kann Borretschsamenöl gewonnen werden, das Fettsäureglyceride mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren enthält.

In der Naturheilkunde wird dem Borretsch nachgesagt, er symbolisiere Fröhlichkeit und Klarheit im Denken und er habe den Ruf, die Lebensgeister zu wecken. Plinius, der römische Denker, schrieb zum Beispiel: „ ich, Borretsch, bringe immer Freude.“ Aus pharmakologischer Sicht sind diese positiven Wirkungen und Eigenschaften aber nicht nachvollziehbar. Wegen der partiellen Giftigkeit der Pflanze (besonders der Blätter) sollten die Pflanzenteile nur sparsam und auf keinen Fall sorglos angewendet werden.

In der Küche werden junge und zarte Borretschblätter kurz abgekocht und dann als Gemüsebeilage oder als Bestandteil von Füllungen, Omeletts oder Quiches verwendet. Die Blätter können ebenfalls klein gehackt zu Salaten gegeben werden, grundsätzlich sind sie auch Bestandteile der „Frankfurter Grünen Soße“. Frische junge Blüten mit ihrem zarten Gurkengeschmack können als Dekoration auf Speisen dienen. Aber auch hier gilt: Sparsamer und sorgfältiger Umgang mit den Pflanzenteilen wegen des Wirkstoffes Pyrrolizidin.

 

Die besonderen Wirkungen des Borretsch

Vom Borretsch werden arzneilich die Blätter, Blüten und der Samen verwendet. Neben verschiedenen Pyrrolizidin-Alkaloiden enthält Borretsch Gerbstoffe, Schleimstoffe, Linolsäuren, Kalzium, Kieselsäure, Vitamin C und ätherische Öle.

Das aus den Samen gewonnene Öl  verhilft bei rheumatischer Arthritis zu Erleichterungen. Ebenso kann es bei Darmreizungen nützlich sein. Wegen des hohen Gehalts an Linolsäuren hilft Borretsch bei Neurodermitis und Ekzemen. Saft aus gehackten Blättern aktiviert die Nebennierendrüse und fördert somit die Produktion von Adrenalin, was dem Körper in Belastungssituationen hilft.

Wechselnde Mengen von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Borretsch können bei innerer Anwendung und hoher Dosierung die Leber schädigen und Krebs erregen. Ein gelegentlicher Verzehr oder sorgfältig dosierte Anwendungen gelten als unbedenklich. Eine unmittelbare Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen besteht nicht.

 

Die Heilwirkungen des Borretsch sind im Wesentlichen:

-          entzündungshemmend

-          entgiftend

-          beruhigend

-          schleimlösend

-          schweisstreibend

-          harntreibend

-          erweichend

-          reinigend

-          antirheumatisch

 

Die Wirkstoffe des Borretsch helfen besonders bei:

-          Herzschwäche

-          Melancholie

-          Kummer, Traurigkeit

-          Depressionen

-          Rheuma

-          Nervenschwäche

-          Schlaflosigkeit

-          Gicht

-          Erkrankung der Harn- und Atemwege

-          Fieber

-          Wunden

-          Geschwüre, Ekzeme

-          Hautausschläge (Öl)

 


Blätter und Stängel des Borretsch
© VedaLife, Ayurvedabilder

Neben- und Wechselwirkungen 

Grundsätzlich sollte eine innere Anwendung von Borretsch nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen und auf keinen Fall übermäßig sein, da die Pyrrolizidin-Alkaloide möglicherweise die Entstehung von Krebs begünstigen können und ferner Schädigungen der Leber zu befürchten sind.

 

 

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Borretsch kann als Tee angewendet werden. Dazu übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrocknete Borretschblätter oder Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt  den Aufguss zehn Minuten ziehen. Danach abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Nicht mehr als ein bis drei Tassen täglich. Nach sechs Wochen Daueranwendung sollte eine Pause eingelegt werden, um unerwünschte Langzeitwirkungen zu verhindern.

Ein heißer Aufguss von Borretsch (Blätter und Blüten) ist bei Rheuma empfohlen. Der Aufguss wird am besten in Form von Umschlägen angewendet.  Äußerlich kann man Borretsch-Tee oder Tinktur in Form von Umschlägen, Waschungen oder Bädern anwenden. Diese äußerliche Anwendung lindert Ekzeme und Ausschläge und hilft auch gegen langsam heilende Wunden und Abszesse.

Aus den Blüten, die deutlich weniger Alkaloide enthalten als die Blätter,  kann auch Sirup hergestellt werden. Die Samen werden als Öl (max. 200 mg pro Tag) oder Kapseln eingenommen.

 

Die ayurvedische Wirkung des Borretsch

Borretsch ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) süß.

Die energetisierende Wirkung ist kühlend.

Die Verdauungswirkung ist süß.

Die Geschmacksrichtung süß wirkt schwer, befeuchtend, kühlend und nährend. Sie eliminiert Winde, Urin und Darminhalt.        


So beeinflussen die Wirkstoffe von Borretsch ayurvedisch die Doshas:

Vata und Pitta werden reguliert.

Kapha wird leicht verstärkt.

Ayurvedisch wirkt Borretsch besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Blut (raksa),  Muskulatur (mamsa), Knochen (asthi), Knochenmark und Nerven (majja)und auf die Körpersysteme (srotas):  Atmung, Verdauung, Kreislauf, Nerven.


Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

-          Wundheilung

-          Rheuma

-          Prellungen, Zerrungen

-          Verstauchungen

-          Hämatome

-          Arthritis

-          Neurodermitis

-          Sehnen- und Muskelentzündungen

-          Gelenkschmerzen

-          Abszesse, Furunkel

-          Darmreizungen


 

Zubereitung und Anwendung:

Borretschblätter können in Form von Aufgüssen, Tinkturen oder Lotionen äußerlich besonders für Umschläge, Kompressen oder Waschungen angewendet werden. Dazu werden frisch gehackte oder getrocknete Blätter jeweils mit heißem Wasser übergossen und je nach gewünschter Stärke und Konzentration hergestellt. Besonders geeignet bei Ekzemen und Neorodermitis sowie langsam heilenden Wunden und Ausschlägen.

Von der innerlichen Anwendung des Borretsch in Form von Tee oder Saft wird aus ayurvedischer Sicht  im Wesentlichen wegen der toxischen Wirkung abgeraten. Dies gilt nicht für Borretschsamenöl in äußerlicher Anwendung, das z.B. bei Darmreizungen helfen kann.

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Quellen und zum Teil zusammengefasst nach :

Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006

www.heilkraeuter.de

 

© VedaLife GbR 2019

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