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Dill (Anethum graveolens) - für behutsame Anregung und feine Beruhigung

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen 

Dill  (Anethum graveolens)
für behutsame Anregung und feine Beruhigung

-         Dill ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldengewächse (Apiaceae). Schon die alten Ägypter kannten Dill und verwendeten dabei den Samen in der Küche. Beheimatet ist Dill in Südeuropa, dem Mittelmeerraum, Russland sowie Zentral- und Südasien. Heute ist Dill auf der ganzen Welt zu Hause und wird selbst in China angebaut.

Dill ist eine einjährige krautige Pflanze mit aufrechten bis zu 1 Meter hohen Stängeln. Die Blätter sind wechselständig und drei- bis vierfach gefiedert. Der Blütenstand besteht aus einer Dolde mit 15 bis 30 Strahlen, auf denen die kleinen gelben Blüten stehen.  Die gelben Blütendolden sind groß, aber luftig. Die eigentlichen Blüten sind sehr klein und zierlich. Die Frucht, die als Samen bezeichnet wird, ist eine einsamige Schließfrucht (Achäne). Die ganze Pflanze duftet stark aromatisch und die Farbe variiert von Hellgrün bis Türkisgrün. Blütezeit des Dill ist Juli und August; gesammelt werden können die Blätter (Spitzen) im Sommer, die Samen im Herbst, wenn sie braun werden.

Dill braucht einen vollsonnigen Standort. Ein guter Humusboden ist geeignet, bei Eigenkultur die Samen schnell zum Keimen zu bringen. Ab Mai kann der Samen direkt im Freiland ausgesät werden, Folgesaaten bis August. Die Pflanze sollte gleichmäßig gegossen und wenig gedüngt werden. 

Es gibt drei Sippen innerhalb der Dillfamilie: den Gartendill mit vorwiegend Carvon als ätherischem Öl, den Ackerdill sowie den indischen Dill, der dem Gartendill sehr ähnlich, aber weniger aromatisch ist. Er enthält vorwiegend Dillapiol und Carvon.

Arzneilich verwendet werden die getrockneten Samen. In der Küche werden mit frischem Dill (meistens die Dillspitzen) Gurken, Salate und Soßen und Fischgerichte gewürzt. 

Dill in Blüte
Š Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder 2015

Dill wird volkstümlich auch genannt Gurkenkraut, Gurkenkümmel, Kapernkraut, Blähkraut. Verwendete Pflanzenteile sind vorzugsweise die Samen, aber auch die Blätter und Blüten werden verwendet. Die Dolden sollten geerntet werden, wenn die Samen braun sind.

Pythagoras und Hippokrates rieten dazu, etwas Dill in der linken Hand zu halten, um epileptischen Anfällen vorzubeugen. Die Russen schwören auf die afrodisischen Kräfte von Dill. Man erzählt, dass die Frauen, die Rasputin verführen wollten, ihren Bädern Dillsamen beigaben. Es muss wohl der feine und anziehende Duft des Dill sein, der maßgebend war für diesen speziellen Glauben.

Dill enthält in erster Linie ätherische Öle, etwa die Hälfte davon ist Carvon, Limonen, Dillapiol sowie Gerbstoffe und  Harze und die Mineralstoffe  Kalium, Schwefel, Natrium und viele Vitamine. Den typischen Geruch geben Phellandren und Dilläther.  Das ätherische Öl Anethi soll antibakteriell und pilztötend wirken.

 

Die besonderen Wirkungen von Dill

Dill ist eine Heilpflanze, die als Karminativum Blähungen und Schmerzen im Darm und Aufgetriebenheit  lindert. Die Wirkstoffe von Dill beruhigen die Verdauung, vermehren die Absorption und tragen zur Entwässerung und Entschleimung bei.

Die Heilwirkung ist anregend, windtreibend, harntreibend sowie die Monatsblutung fördernd und regulierend.

Dill  wirkt besonders bei:

- Appetitlosigkeit
- Blähungen
- Hämorrhoiden
- Magenbeschwerden
- Schlaflosigkeit
- Milchfördernd
- Menstruationsbeschwerden
- Gebärmutterkrämpfe
- Geschwüre
- Erkältungskrankheiten, Husten 

 


Dillzweig  mit Blättern
Š Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder 2015

 

 

 

 

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Die einfachste und häufigste Anwendung ist ein aus getrockneten Dillsamen zubereiteter Tee.  Hierzu einen Teelöffel  (etwa 2 g) pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen und etwa 15 Minuten  ziehen lassen und dann über ein Teesieb abgießen. Als milder Tee hilft Dill auch gegen Blähungen bei Babies, ähnlich wie der Fenchel, der in solchen Fällen auch oft angewendet wird. Die Wirkung von Dill ist gegenüber dem Fenchel etwas schwächer.

Dill wirkt auch  gut in einem Sitzbad. Hier helfen die Wirkstoffe der Pflanze gegen Krämpfe der Gebärmutter, beispielsweise bei schmerzhafter Menstruation. Dazu etwa 50 g Dillkraut (die ganze blühende Pflanze) mit einem Liter Wasser kurz aufkochen und 30 Minuten bedeckt ziehen lassen.  Nach dem Abseihen in das Sitzbad geben.

Äußerlich soll Dill in Olivenöl als warme Kompresse zur Linderung von Geschwüren beitragen.

In der Küche gilt Dill als eine vielseitige Gewürzpflanze. In Salaten und Soßen zu Joghurt, Quark und in Gewürzbutter ist der Geschmack und die Wirkung von Dill beliebt. Geeignet ist Dill auch besonders zu Fischgerichten. Frisch und getrocknet kann er auch für Konserven und Kräuteressenzen verwendet werden. Die Blätter und die Blütendolden sind das wichtigste Gewürz für Gewürzgurken. Die Dillspitzen können in der Küche in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenen  oder gefriergetrocknetem Zustand verwendet werden.

 

Die ayurvedische Wirkung von Dill

Dill ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) scharf und bitter. Die Grundeigenschaft ist ölig. Die energetisierende Wirkung ist erhitzend.

Die Geschmacksrichtung scharf ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharf stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoff vermindert.

Die Geschmacksrichtung bitter wirkt fiebersenkend, antibakteriell, antiseptisch, Keim tötend und entgiftend. Bitter reinigt das Blut und das gesamt Gewebe, hat eine leicht herabsetzende und schwächende  Wirkung auf den Körper. 

Im Ayurveda wirkt Dill (Dillsamen) karminativ (blähungstreibend), menstruationsfördernd, milchfördernd, kardiostimulant und auswurffördernd. Dill wirkt beruhigend, krampflösend und auch stimmungserhellend.  Zudem hat Dill eine leicht entzündungshemmende und keimtötende Wirkung.

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So beeinflusst Dill ayurvedisch die Doshas:

Vata und Kapha senkend. Pitta erhöhend.

Ayurvedisch wirkt Dill besonders auf die Gewebe (dhatus):  Plasma (rasa), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas):  Nerven, Verdauung, Atmung.

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Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

- Blähungen
- Verdauungsstörungen
- Kolik
- Schluckauf
- Hämorrhoiden
- Gelenkschwellungen
- Zyklusstörungen
- Altersbeschwerden
- Rheumatismus

Zubereitung:

Selbst als Gewürz in der Küche entfaltet Dill seine wichtigsten Wirkstoffe. Hier ist Dill (meist in frischem Zustand als Dillspitzen) besonders geeignet für Salate und Soßen und Fischgerichte.

Zu Heilzwecken wird Dill als Tee, Gewürz oder Sitzbad verwendet. Für die Zubereitung des Sitzbades werden 30 g Samen auf 1 l siedendes Wasser gegeben und kurz aufgekocht. Danach 15 Minuten ziehen lassen.

Für Tee werden 2,5 g mit einer Tasse kochendem Wasser aufgegossen und 15 Minuten ziehen lassen. Täglich können zwei Tassen nach den Mahlzeiten getrunken werden.

Äußerlich wird das Öl aus Dillsamen als schmerzstillendes Mittel, bei rheumatischen Erkrankungen und Blähungen eingesetzt. Auch bei Ohrenschmerzen ist das Dillöl wirksam.

Als Tagesdosis gelten folgende Mengen: 0,5 bis 1 g Samen, 1 bis 2 Tropfen Öl, 10 bis 20 ml Abkochung (Dekokt).

Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Das ätherisch Dill-Öl sollte allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

 (Zum Teil zusammengefasst nach Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006)

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