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Einheimische Heilpflanzen - Baldrian

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen 

Baldrian (Valeriana officinalis) - ein nicht suchtauslösender Tranquilizer

In der Gattung der Baldriane (Valeriana) gibt es weltweit etwa 250 Arten. Die Gattung ist weit verbreitet in den gemäßigten Zonen Europas, Afrikas, Amerikas und Asiens. Mit der Valeriana wallichii gibt es auch eine rein indische Art (indische Narde, Jatamamsi, Tagara).

Der botanische Name Valeriana kommt vom Lateinischen valere = kräftig, gesund sein (engl. Name: Valerian). Im Deutschen ist der Name möglicherweise angelehnt an den Namen des nordischen Lichtgottes Balder (Baldur), Sohn des Odin und der Frigga.

Baldrian ist grundsätzlich eine mehrjährige krautige Pflanze. Mitteleuropäische Baldriane wachsen in der Regel an Weg- und Waldrändern, an Gräben und Ufern und erreichen eine Wuchshöhe von 50 bis 100 Zentimeter. Medizinisch verwendet wird in der Regel der Valeriana officinalis. Dieser hat weiße bis rosafarbene, doldenartige Blütenstände und gefiederte Blätter.


Weißer Baldrian in Blüte

Alle Baldrianarten enthalten Alkaloide und vor allem ätherische Öle. Diese riechen zum Teil unangenehm. Wichtig sind für die beruhigende und schlaffördernde Wirkung die Sesquiterpene. Ferner enthalten Baldriane Bitterstoffe, Harze, Gerbstoffe und die Baldriansäure.

Im Volksmund wird Baldrian auch genannt: Katzenkraut (da der Geruch von Baldrian merkwürdigerweise auf Katzen stark anziehend wirkt), Narde, Balderjan, Bullerjan, Augenwurz, Mondwurz.

Die besonderen Wirkungen von Baldrian

Vom Baldrian werden besonders der Wurzelstock, aber auch die Blüten verwendet. Die Inhaltsstoffe wirken bei allen Zuständen von Nervosität, Schlaflosigkeit und vielen psychosomatisch bedingten Krankheiten. Baldrian kann als Tee, Tinktur oder Pulver eingesetzt werden. Oft wird Baldrian auch mit anderen Arzneipflanzen kombiniert, um verstärkende Effekte zu erreichen, zum Beispiel mit Melisse, Hopfen oder Weißdorn.

Baldrian wirkt besonders bei:

- Blähungen
- Bluthochdruck
- Kopfschmerzen
- Migräne
- Nervosität
- Prüfungsangst
- Reizblase
- Rückenschmerzen
- Schlafstörungen
- Unruhe
- Verspannungen

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Die Wirkstoffe des Baldrian sind besonders günstig bei Nervosität, Schlafstörungen und vielen psychosomatisch bedingten Krankheiten (z.B. Magengeschwür, Magenkrämpfe). In solchen Fällen kann Baldrian als Tee, Tinktur oder Pulver (Tabletten) eingesetzt werden.

Wer unter Schlaflosigkeit leidet, sollte vor dem Schlafengehen einen Tee aus Baldrian, Hopfen, Beifuß und Melisse in kleinen Schlucken langsam trinken.

Baldrian macht nicht müde. Deshalb sind seine Wirkstoffe auch bei Prüfungsangst gut einzusetzen.

Baldrian-Tee wird am besten als Kaltauszug angesetzt.

Dazu werden ein bis zwei Teelöffel Baldrianwurzel mit einer Tasse Wasser übergossen. Diese Mischung muss 12 Stunden ziehen und kann dann abgefiltert werden. Erwärmt auf Trinktemperatur kann der Baldrian-Tee so in kleinen Schlucken genossen werden.

Wenn Sie Baldrianwurzel selbst präparieren wollen: Die Wurzelstöcke der mindestens zwei- bis dreijährigen Pflanze im Herbst herausziehen oder ausgraben, waschen, in Stücke schneiden und an der Sonne oder im Backofen bei mäßiger Hitze trocknen. Danach geschützt vor Licht und Feuchtigkeit aufbewahren.

Baldrianprodukte gibt es inzwischen auch in jedem größeren Supermarkt. Auch diese Produkte können in der Regel bedenkenlos eingesetzt werden, da Baldrian viele Vorteile hat: er wirkt ungefährlich, macht nicht müde und vor allem nicht süchtig.

Baldrian-Tee kann auch aus den Blüten hergestellt werden. Der daraus gewonnene Tee ist deutlich milder und riecht angenehmer. Dieser Tee kann als Kaltauszug oder als Aufguss zubereitet werden.

Homöopathisch wirkt Baldrian (Valeriana, Verreibungen ab D2, nicht verschreibungspflichtig) auch bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, des Herzens, des Magen- und Darmtraktes und des Stütz- und Bewegungsapparates.

Vorsicht beim extremen Dauergebrauch und starker Überdosierung: Hier können Gewöhnung und Abhängigkeit auftreten; Lähmungserscheinungen, Seh- und Hörstörungen sind möglich.
 

Die ayurvedische Wirkung von Baldrian

Baldrian (verwendet werden die Wurzeln und manchmal auch die Blüten) ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) bitter, scharf, süß/zusammenziehend.

Die Geschmacksrichtung bitter wirkt fiebersenkend, antibakteriell, antiseptisch, Keim tötend und entgiftend. Bitter reinigt das Blut und das gesamte Gewebe, hat eine leicht herabsetzende und schwächende Wirkung auf den Körper.

Die Geschmacksrichtung scharf ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharf stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

Die Geschmacksrichtung zusammenziehend wirkt blutstillend, hemmt die Schweißabsonderung, stillt Durchfall und ist ein gutes Wundheilmittel.

Baldrian wirkt ayurvedisch:

Vata senkend, Kapha senkend, Pitta erhöhend (bei übermäßigem Gebrauch)
Aurvedisch wirkt Baldrian besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Nerven, Verdauung, Atmung.

Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

- Schlaflosigkeit
- Hysterie
- Schwindel
- Nervöser Husten
- Herzklopfen
- Migräne
- Chronische Hauterkrankungen
- Blähungen
- Kolik

Baldrian hilft aus ayurvedischer Sicht besonders gut bei Nervenstörungen, die durch übermäßiges Vata verursacht sind. Darm, Blut, Gelenke und Nerven werden von Vata befreit.

Baldrian wirkt erdend und hilft Schwindel, Ohnmachten und Hysterie zu vertreiben und wirkt krampflösend, besonders bei Muskelverspannungen und bei der Menstruation.

Baldrian ist tamasischer Natur und wirkt bei übermäßigem Gebrauch abstumpfend auf den Geist.

Im Ayurveda wird hauptsächlich die Indische Narde (Jatamamsi, Valeriana jatamamsi) verwendet. Diese ist süß, bitter und zusammenziehend, von kühlender Energie und scharfer Wirkung nach der Verdauung und hilft, alle drei Doshas auszugleichen. Die Indische Narde hat die gleichen beruhigenden Wirkungen wie Baldrian, ist aber zur Förderung der Bewusstheit und Stärkung des Geistes von überlegener Wirkung.

Zubereitung:
Tee aus Baldrian-Wurzeln, Pulver (250 mg bis 1 g), Konzentrat-Kapseln (5:1) bis zu dreimal täglich. Jatamamsi wirkt noch besser und ausgeglichener mit Hydrocotyle asiatica (asiatisches Wassernabelkraut) oder zusammen mit etwas Zimt oder Kampfer genommen.

(zusammengefasst nach Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf, 2011, sowie Rhyner, Das neue Ayurveda Praxis Handbuch, Neuhausen/Schweiz, 2004)

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