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Ess-Störungen und intrazellulärer Mineralmangel

Ess-Störungen und intrazellulärer Mineralmangel

Dr. med. Eckhard Moog

 

Stärkere Ess-Störungen wie die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimie (Ess-Brech-Sucht) oder auch das gestörte Essverhalten mancher Models führen nach einigen Monaten neben einer Gewichtsabnahme immer auch zu einem intrazellulären Mineralmangel. Das ist auf den ersten Blick natürlich nichts Besonderes, weil mangelnde Zufuhr eben auch zu einem Mangel führen muss. Der intrazelluläre Mineralmangel hat jedoch seine eigenen Implikationen.

 

Da praktisch alle biochemischen Prozesse, die in den Zellen ablaufen, auf die Anwesenheit und Mitwirkung von Mineralien angewiesen sind, kommt es bei einem stärkeren intrazellulären Mineralmangel zu körperlicher Schwäche, Konzentrationsmangel, geschwächtem Kurzzeitgedächtnis und emotionaler Instabilität bis hin zu depressiver Verstimmung. Weiterhin  kann die Funktion von Leber, Schilddrüse und seltener der Nebennieren eingeschränkt sein, was obige Symptome noch verstärkt.

 

Besonders relevant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Mineralien in der Gewebsflüssigkeit in ionisierter Form vorliegen, also wasserlöslich sind, während die Zellmembran eine fettähnliche Qualität besitzt. Das bedeutet, dass die Mineralien nicht durch einen einfachen Diffusionsvorgang in die Zelle gelangen können. Die Aufnahme erfolgt vielmehr durch einen energetischen Prozess, den sogenannten aktiven Transport.

 

Im Falle eines intrazellulären Mineralmangels ist die Zelle nicht mehr in der Lage, genügend Energie bereitzustellen, um die erforderliche Mineralmenge  aufzunehmen – sogar bei normalem Mineralangebot in der Gewebsflüssigkeit. Bei einer länger bestehenden Ess-Störung werden also noch weniger Mineralien aufgenommen als es dem verringerten Mineralangebot in der Gewebsflüssigkeit entspricht. Der intrazelluläre Mineralmangel führt also seinerseits zu einer zusätzlichen erheblichen Schwächung der Physiologie.

 

Das auf lange Sicht Fatale daran ist, dass auch nach erfolgreicher Therapie der Ess-Störung die große Mehrzahl (über 90%) dieser Menschen weiterhin unter einem intrazellulären Mineralmangel leiden. Sie sind zwar nicht eigentlich krank, verharren aber in einer gewissen Schwäche, auch wenn das Essverhalten inzwischen wieder normal ist. Der Körper ist aus energetischen Gründen nicht in der Lage, aus eigener Kraft das Mineraldefizit aus der Gewebsflüssigkeit wieder aufzufüllen – er verweilt im Defizit. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen kann sich ohne spezielle Hilfe wieder aus dieser chronischen Schwäche befreien.

 

Da die wasserlöslichen Vitamine ebenfalls auf den aktiven Transport angewiesen sind, kommt es bei einem intrazellulären Mineralmangel immer auch zu einem intrazellulären Vitaminmangel, was die Zellfunktion weiter schwächt. So sind z.B. B-Vitamine notwendig, um Enzyme für den Citrat-Zyklus herzustellen, mit dessen Hilfe das ATP (Adenosin-TriPhosphat) hergestellt wird – der wichtigste Energieträger im menschlichen Organismus. Der aktive Transport bedient sich des ATP’s, um Mineralien und Vitamine in die Zelle einzuschleusen.

 

Man könnte also eigentlich von intrazellulärem Vitalstoffmangel sprechen. Da aber dieser Mangel nur mit Hilfe von Mineralien (s.u.) wieder aufgehoben werden kann, ist es sinnvoller, den Begriff intrazellulärer Mineralmangel zu verwenden. Dem Mineralmangel kommt hier bei der Therapie die Schlüsselrolle zu.

 

Die meisten der geheilten Patienten bleiben also trotz normalem Essverhalten körperlich schwächer aufgrund des intrazellulären Mineralmangels. Man kann jedoch bei den meisten Betroffenen dieses Mineraldefizit auch noch nach Jahren oder Jahrzehnten auf einfache Weise wieder auffüllen durch eine Behandlung mit nicht-ionisierenden Mineralien. Bislang sind dazu nur die Schüßlersalze in Tablettenform (oder Pulverform) in der Lage.

 

Durch die Verreibung mit Milchzucker liegen sie ab einer Potenz von D6 – wenn in Lösung gebracht – für 1 bis 2 Tage in nicht-ionisierter Form vor. Wenn sie vor der Zellmembran erscheinen, können sie also durch die Zellmembran hindurchwandern, ohne den geschwächten aktiven Transport zu benötigen.  

 

Die Mineralmengen in den Schüßlersalz-Tabletten sind gering. Die Schüßlersalze füllen das Mineraldefizit der Zellen daher nicht wirklich selber auf oder nur zu einem geringen Teil. Sie sind eher so etwas wie Schleuser, Türöffner oder Impulsgeber. Sie gelangen ungehindert in die Zelle und bringen den Citratzyklus und damit die Energieproduktion in den Mitochondrien wieder in Gang, wodurch der aktive Transport allmählich wieder normalisiert wird. Damit kann die Zelle beginnen, sich wieder selbst aus der umgebenden Gewebsflüssigkeit mit Mineralien und Vitaminen zu versorgen. Schüßlersalze leisten den Zellen also Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Die benötigte Tablettenzahl beträgt meist zwischen 50 und 80 pro Tag, die Anzahl der verschiedenen Mineralien zwischen 6 und 8. Die Bestimmung des Bedarfs kann man über die sogenannte Antlitzanalyse vornehmen. Diese hat jedoch nur eine Treffsicherheit von maximal 60%. Genauere Ergebnisse bekommt man mit Hilfe der Kinesiologie, mit der Einhandrute (Tensor) oder durch eine kompetente Pulsdiagnose, wahrscheinlich auch durch die EAV (Elektroakupunktur nach Dr. Voll).

 

Es gibt einige Apotheken, die eine entsprechende individuelle Mischung an Schüßlersalzen herstellen. Man braucht dann nur einmal die erforderliche Tagesmenge an Tabletten abzuzählen und das Volumen dieser Tablettenmenge in einem Schnapsglas oder ähnlichem zu bestimmen. Dann entnimmt man morgens dieses Tablettenvolumen aus dem großen Behälter, gibt es in eine Flasche mit ½ bis ¾ Liter Wasser, schüttelt bis zur Auflösung und trinkt das Gemisch in 5 bis 6 Portionen über den Tag verteilt. Nach einer großen Mahlzeit sollte man besser eine Stunde bis zur Einnahme warten oder man behält die Lösung eine Weile im Mund, so dass die Mineralien größtenteils schon durch die Mundschleimhaut aufgenommen werden können.

 

Das Auffüllen des intrazellulären Mineraldefizits dauert etwa 4 Monate. Erfahrungsgemäß ändert sich der Bedarf nach 5 – 6 Wochen erheblich. Es ist also dringend zu empfehlen, nach 6 Wochen eine Neubestimmung des Mineralbedarfs vorzunehmen und die Therapie entsprechend zu ändern.

 

Bei Menschen mit Laktose-Intoleranz gibt es die Möglichkeit, durch eine geringe Änderung in der Einnahme die aufgenommene Milchzuckermenge so zu reduzieren, dass keine Nebenwirkungen durch die Laktose-Intoleranz mehr auftreten. Verreibungen mit anderen Stoffen wie z.B. Kartoffelstärke sind für diese Therapie nicht geeignet.

 

Natürlich wäre es sinnvoll, Patienten mit solchen Ess-Störungen schon während der Zeit ihrer Krankheit mit Schüßlersalzen zu behandeln, sofern ein stärkerer intrazellulärer Mineralmangel besteht. Solange der Kranke jedoch in seiner Sicht der Dinge befangen ist, wird er sich einer solchen Therapie in den meisten Fällen verweigern. Erst wenn die seelische Einstellung sich gewandelt hat, kann man mit dieser Art Therapie diese Menschen auch noch nach Jahren wieder in ihre Kraft bringen.

 

Bei einem kleinen Teil der Betroffenen gelingt das jedoch nicht. Wenn ein stärkerer intrazellulärer Mineralmangel über Jahre andauert, kann es bei Manchen zu einer Art Neujustierung des Mineralbedarfs kommen – die Physiologie stellt sich dauerhaft auf ein niedrigeres intrazelluläres Mineral-Niveau ein, was dann meist zwischen 88 und 92% des normalen liegt. Der Körper hat gelernt, mit einem geringeren Bedarf auszukommen, erreicht damit aber auch nicht wieder den Vitalitätsgrad oder das Energie-Niveau, das er vor dem Auftreten des Mineralmangels gehabt hat.

 

Bei der Untersuchung (z.B. kinesiologisch) kann man bei diesen Menschen dann trotz erniedrigtem Mineralbestand in den Zellen keinen Bedarf an Mineralien feststellen, bzw. es lässt sich mit Hilfe von Schüßlermineralien kein Ansteigen des Mineralspiegels mehr erreichen. Man kann hier also von einer Art Defektheilung sprechen. Man kann dieses Phänomen bei etwa 1 – 2% jener Menschen finden, die mindestens einige Jahre unter einem stärkeren intrazellulären Mineralmangel gelitten haben. Diese Situation lässt sich anscheinend mit medizinischen oder alternativen Behandlungsmethoden nicht mehr beeinflussen – das Zellgedächtnis will das neue niedrigere Niveau des Betriebsstoffwechsels nicht wieder aufgeben. 

 

Laut Wikipedia sterben etwa 15% der Menschen mit solchen Essstörungen an ihrer Krankheit. Im Finalstadium versucht man üblicherweise, sie durch Infusionen vor dem drohenden Tode zu bewahren. Da die Zellen aber so geschwächt sind, können sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von diesem Nährstoff- und Vitalstoffangebot Gebrauch machen (s.o.). Die Infusionen können also nur im extrazellulären Raum eine gewisse Wirkung entfalten, die Situation im intrazellulären Raum aber nicht grundsätzlich verbessern.

 

Man könnte vielleicht einen Versuch machen, diese Patienten mit individuell abgestimmten Schüßlersalzlösungen am Leben zu erhalten, die man z.B. als Dauertropf durch eine Magensonde appliziert. Auch eine rektale Zufuhr könnte man in Erwägung ziehen. Die nichtionisierten Schüßlermineralien gelangen dann, wie schon erwähnt, direkt ohne Energieaufwand in die Zellen und können allmählich die Energieproduktion in den Mitochondrien wieder in Gang bringen. Danach können dann auch normale Infusionen mehr Wirkung zeigen. So könnte es gelingen, den einen oder anderen Patienten am Leben zu halten und sei es nur dafür, um mehr Zeit für eine eventuell erfolgreiche Psychotherapie zu gewinnen.

 

Sofern man dieses selbstinduzierte Experiment der Nahrungsverweigerung überlebt hat, besteht kein Grund für eine dauerhafte Schädigung oder Schwäche, wenn man, wie oben ausgeführt, den intrazellulären Mineralmangel auch nach Jahren noch ausgleicht. Ein gewisses Untergewicht, das diese Menschen fast stets zurückbehalten, hat bei normalisiertem Mineralbestand der Zellen in der Regel keine Bedeutung und wird den Betroffenen meistens eher angenehm sein.

Kontakt-Adresse:


Dr. med. Eckhard Moog
e.e.moog@gmx.de  


 

Anmerkung: Diese medizinischen Hinweise und die Aufklärung über die Wirkweise verschiedener Funktions- und Ergänzungsmittel der Biochemie nach Dr. Schüßler ersetzen im Ernstfall einer Erkrankung nicht den Gang zum Arzt und seine Beratung.