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Gesundheit - Einheimische Heilpflanzen: Beifuß

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Der gewöhnliche Beifuß (auch gemeiner Beifuß, engl. Mugwort, sanskr. Nagadamani, chin. Ai Ye) gehört in die Pflanzengattung Artemisia in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Weltweit gibt es verschiedene Arten von Artemisia, die alle mehr oder weniger medizinisch verwendet werden können. Aus dieser Vielfalt sind besonders neben dem gemeinen Beifuß zu erwähnen der Wermut (Artemisia absinthium), die Eberraute (Artemisia abrotanum), die asiatische Abwandlung Artemisia vulgaris var. indica, und der nordamerikanische Beifuß (sagebrush).

Der gewöhnliche Beifuß besitzt eine hervorragende regulierende Wirkung auf den weiblichen Zyklus und die Menstruation. Der Wermut zeichnet sich aus durch eine stark verdauungskräftigende Wirkung; der amerikanische Beifuß wird besonders als diaphoretisches (schweisstreibendes) Mittel eingesetzt.
 
Der gemeine Beifuß wächst als ausdauernde krautige Pflanze an Wegrändern, Bahndämmen und Geröllplätzen und ist anspruchslos. Er wird oft gar nicht wahrgenommen, obwohl die Pflanze bis zu 2 Meter hoch werden kann. Die fiederteiligen Laubblätter sind derb, die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite wegen der Behaarung grau-weißlich. Gesammelt wird das Kraut von Juli bis September, die Wurzel kann im Spätherbst ausgegraben werden. Am Besten sind die oberen Triebspitzen ehe die Blütenkörbchen sich geöffnet haben. Danach werden die Blätter sehr bitter.

Im Volksmund wird der gemeine Beifuß auch genannt: Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, wilder Wermut, Johannesgürtelkraut.

Der Name Beifuß kommt aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen, und hängt zusammen mit dem Aberglauben, wonach Beifuß beim Laufen Ausdauer und Geschwindigkeit verleihen würde.

In der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist der Beifuß Bestandteil der Moxibustion (Erhitzung bestimmter Körperpunkte), wonach kleine Kegel aus getrockneten, fein zerriebenen Beifußblättern auf die Haut gesetzt und angezündet werden. Das Beifußpulver brennt ohne Flamme.

In der Küche wird Beifuß als Gewürzpflanze zu fetten und schweren Fleischgerichten (besonders Geflügelbraten) verwendet. Die Bitterstoffe regen die Bildung von Gallenflüssigkeit und Magensaft an, so dass die Verdauung solcher Speisen erleichtert wird.

Gemeiner Beifuß
(aus www.kanaren-exoten.de)


Die besonderen Wirkungen des gemeinen Beifuß

Vom gemeinen Beifuß werden das ganze Kraut und die Wurzeln verwendet. Er wirkt antibakteriell, krampflösend, menstruationsfördernd, verdauungsfördernd, Galle treibend, beruhigend und stärkend, ferner Wärme bildend. So hilft der gemeine Beifuß besonders bei:

- Blasenentzündung
- Wechseljahresbeschwerden
- Gallenschwäche
- Gebärmutterkrämpfe
- Muskelkater und müde Beine
- Neuralgien
- Schlafstörungen
- Übelkeit und Unruhe.

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Das Kraut des gemeinen Beifuß enthält Gerb- und Bitterstoffe, Vitamine und ätherische Öle, besonders Cineol, Kampfer, Thujon.

Die Wirkstoffe des gemeinen Beifuß entfalten sich am besten in einer Teezubereitung. Der Tee wird als normaler Aufguss zubereitet, kurz ziehen lassen. Es werden ein Teelöffel Beifuß-Blätter mit ź Liter kochendem Wasser übergossen, 2 bis 3 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken (ungesüßt) trinken.

Die Wärme bildenden Wirkstoffe des gemeinen Beifuß können auch in Form eines warmen Fußbades aktiviert werden, besonders bei Blasen- und Unterleibskatarrhen, bei chronischen Eierstocksentzündungen und Ausfluss.

Der gemeine Beifuß fördert ferner die Bildung von Verdauungssäften. Die Wirkstoffe unterstützen auch die Funktion der Bauchspeicheldrüse und können bei entsprechender Schwäche dieses Organs eingesetzt werden.

Achtung: Beifuß darf grundsätzlich nicht überdosiert werden. Nicht bei Fieber oder Frühschwangerschaft einsetzen, da er sowohl wärmebildend als auch abtreibend wirkt. Bei starker Dosierung kann Beifuß auch allergische Reaktionen bis hin zu Asthma-Anfällen auslösen. Sensible Menchen reagieren auf Beifuß oft sehr stark; sie sollten ihn dann auch wenig und in kleinsten Mengen anwenden. Einige Inhaltsstoffe sind giftig (z.B. Thujon) und machen eine längere Anwendung grundsätzlich bedenklich.
Zu den besonders allergisch-schädlichen Wirkungen der speziellen Art der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) siehe auch www.ufz.de.

 
Die ayurvedische Wirkung von Beifuß

Der Gemeine Beifuß (verwendet wird überwiegend das Kraut) ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) bitter und scharf/erhitzend.

Die Geschmacksrichtung bitter wirkt fiebersenkend, antibakteriell, antiseptisch, Keim tötend und entgiftend. Bitter reinigt das Blut und das gesamte Gewebe, hat eine leicht herabsetzende und schwächende Wirkung auf den Körper.

Die Geschmacksrichtung scharf/erhitzend ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharfes stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

 

Gemeiner Beifuß wirkt ayurvedisch

Vata beruhigend
Kapha beruhigend
Pitta erhöhend (im Übermaß angewendet)


Ayurvedisch wirkt der gemeine Beifuß besonders auf die Gewebe (dhatus): Blut (rakta), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Kreislauf, weibliches Genitalsystem, Nerven, Verdauung, Atmung.

Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

- Typische Frauenbeschwerden
- Menstruationsbeschwerden
- Unfruchtbarkeit
- Ischias
- Hysterie
- Depressionen
- Schlaflosigkeit
- Gicht, Rheuma
- Pilzerkrankungen.

Alle Beifußarten eignen sich besonders, um Zustände mit aufgestautem Vata auszugleichen, z.B. bei Arthritis und nervösen Zuständen, auch Depressionen.

Äußerlich hilft ein Aufguß aus dem Kraut des gemeinen Beifuß bei Pilzerkrankungen und anderen Hautinfektionen.

Vorsicht aus ayurvedischer Sicht bei übermäßigem Pitta und Infektionen und Entzündungen der Gebärmutter.

Zubereitung:
Aufguß aus dem Kraut oder der Wurzel (nicht kochen), Pulver (250 bis 500 mg).


(zusammengefasst nach Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf, 2011)

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