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Gesundheit - Einheimische Heilpflanzen: Beinwell

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

Beinwell (Symphytum officinale)

 

Die Heilpflanze im Spiegel ihres eigenen Daseins:

  1. Robust, beständig und konsolidierend für Struktur und Gewebe empfindet sie sich als verlässliche  Hilfe bei  körperlichen  Verletzungen. Ihre Wurzeln und Sprossen sind stark; die violetten Blüten werden eher versteckt.
     

  2. Als Meister der Stabilität fördert sie mit kühlender Energie Heilungen und verringert zusammenziehend Entzündungen bei Knochen, Muskulatur und Nerven.

Beinwell-Pflanzen sind mehrjährig und winterhart. Sie sind ausdauernd und krautig, die, einmal im Garten angekommen, kaum noch auszusiedeln sind. Die Wurzeln sind verdickt; die oberirdischen Pflanzenteile sind rau und borstig. Die ganze Anmutung der Pflanze zeigt Beständigkeit, Zusammenhalt und Stabilität.

Die wechselständigen Laubblätter sind einfach gestielt und bei den meisten Arten am Stängel herablaufend. Höhe der Pflanze bis 1 m. Nebenblätter sind keine zu finden. Gebildet werden Klausenfrüchte (Früchte, die zur Reife in Teilfrüchte zerfallen). Die glockenförmigen Blüten erscheinen bei den vielen Arten des Beinwell in verschiedenen meist zarten und oft unauffälligen Farben (rosaviolett, gelblich, blassweiß, blaurot). Blütezeit ist Mai bis Juli.

Standorte des feuchten Boden liebenden Beinwell sind Bachufer, feuchte Wiesen, Gräben, Wegränder, Auwälder. Hier ist das Vorkommen oft verbreitet und häufig.

Der wissenschaftliche Name des Beinwell ist Symphytum officinale; die Pflanze gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), der Boretschgewächse.  Der Name Beinwell kommt ursprünglich von den Beinen, denen er gut (well) tut.

Weitere Bezeichnungen für Beinwell sind Wallwurz (besonders in der deutschsprachigen Schweiz: „wallen“ = zuheilen von Knochenbrüchen und Wunden), Beinwurz, Hasenbrot, Konfrei, Wurz, Himmelsbrot, Schwarzwurz (nicht zu verwechseln mit der Schwarzwurzel). Der englische Name lautet „Comfrey“. Es gibt etwa vierzig Arten, die in Europa, Nordafrika, im westlichen und zentralen Asien beheimatet sind. In früheren  Werken findet sich auch der Name „Consolida“, was übersetzt Zusammenwachsen bedeutet (lat.: consolidare).

Verwendete Pflanzenteile des Beinwell sind die Wurzeln, die die meisten Wirkstoffe enthalten. Blätter wirken ähnlich, aber nicht so stark wie die Wurzeln. Sammelzeit für Blätter ist April bis Mai; für die Wurzeln ist die beste Sammelzeit Spätherbst oder zeitiges Frühjahr. Die mehrjährige Wurzel ist außen schwarzbraun und innen weißlich. 

Beinwell überrascht durch seine Schnellwüchsigkeit und kann deshalb in Gärten leicht lästig werden. Schon einzelne Wurzelstücke in die Erde gesteckt ergeben recht schnell eine neue Pflanze, die nach der Winterpause durch rasches Erscheinen mit buschigem Wuchs auffällt. Beinwellarten können im Garten als Mulchmaterial verwendet werden. Hier erschließen sie im Boden Nährstoffe, die in nährstoffarmen Böden für andere Pflanzen oft nicht verfügbar sind. Beinwellljauche gilt als hervorragender organischer Stickstoffdünger.


Gemeiner Beinwell
© VedaLife, Ayurvedabilder

 

Die besonderen Wirkungen des Beinwell

Beinwell ist ein gutes Wundheilmittel, da die Wirkstoffe hautberuhigend, hauterweichend und gewebenährend sind. Besonders bei Gewebeneubildungen fördert die kontrahierende (zusammenziehende) Wirkung das Zusammenwachsen des Gewebes. Zusätzlich wirkt die kühlende Energie entzündungshemmend.

Die Wirkstoffe der Wurzel haben eine stark nährende Funktion, während die Stoffe der Blätter eher gewebefestigend und entzündungshemmend sind. Wichtigster wirkrelevanter Inhaltsstoff ist das Allantoin. Dieser Wirkstoff regt das Wachstum von Knochen-, Knorpel- und Muskelzellen an und beschleunigt somit den Wundheilungsprozess. Der Wirkstoff Cholin erweitert die Blutgefäße und verstärkt so die Durchblutung bei gleichzeitiger Vermehrung der roten Blutkörperchen. Consilicin als weiterer Wirkstoff wirkt schmerzstillend. Darüber hinaus enthält die Beinwellwurzel zahlreiche weitere Wirkstoffe, Schleim- und Gerbstoffe und Vitamine, wie zum Beispiel Inulin, Vitamin B12, Pyrrolizidin, Triterpene sowie Proteine und Mineralien.

Die wechselnden Mengen von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Beinwell können bei innerer Anwendung und hoher Dosierung die Leber schädigen und Krebs erregen. Deshalb ist in Deutschland der Gebrauch der Heilpflanze nur unter Einschränkungen zugelassen. In Kanada und einigen Staaten der USA dürfen Beinwellprodukte zur inneren Anwendung nicht mehr vermarktet werden.

Vorsicht auch wegen dieser Verwechslungsgefahr: Nicht sehr Pflanzenkundige können den Beinwell mit dem hochgiftigen Fingerhut (Digitalis purpurea) verwechseln.

 

Die Heilwirkungen des Beinwell sind im Wesentlichen:

-          adstringierend

-          blutstillend

-          blutbildend

-          entzündungshemmend

-          beruhigend

-          einhüllend

-          kühlend

-          lindernd

-          schmerzstillend

-          wundheilend

  

Die Wirkstoffe des Beinwell helfen besonders bei:

-          Wunden

-          Knochenhauterkrankungen

-          Prellungen, Zerrungen

-          Sehnen- und Muskelentzündungen

-          Abszessen

-          Furunkel

-          Geschwüre im Magen-Darm-Trakt

-          Verstauchungen

-          Frakturen

-          Gelenkschmerzen

-          Arthrose

-          Durchfall

-          Gichtknoten

-          Grippe

-          Insektenstichen

-          Husten

-          Infektionen der Lunge

 

Neben- und Wechselwirkungen

Vorsicht bei Ödemen, Fettleibigkeit, größeren Ansammlungen von ama (ayurvedisch: auszuscheidende Giftstoffe und Verdauungsschlacken, meist im Gewebe abgelagert).

Grundsätzlich sollte eine innere Anwendung von Beinwell nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen und auf keinen Fall übermäßig sein, da die Pyrrolizidin-Alkaloide möglicherweise die Entstehung von Krebs begünstigen können und ferner Schädigungen der Leber zu befürchten sind. Nicht bei Schwangerschaften anwenden und nicht auf offene Wunden bringen, da durch die beschleunigte Wundheilung Eiter und Verunreinigungen mit eingeschlossen werden könnten.

 

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Für Umschläge mit Beinwellwurzeln bei Knochenbrüchen und Knochenhauterkrankungen, Prellungen und Zerrungen, Sehnen- und Muskelentzündungen, Krampfadern:  frische Wurzeln schälen, unter fließendem heißem Wasser kurz waschen und im Mörser zu einem Brei zerstampfen. Dieser Brei wird auf die an Frage kommenden Stellen aufgelegt, mit Verbandmull bedeckt und mit einer Mullbinde locker befestigt.

Aus feingeschnittenen trockenen Wurzeln kann eine konzentrierte Abkochung zubereitet werden:  Drei Esslöffel Droge mit zwei Tassen Wasser aufkochen und mit dem abgeseihten warmen Absud eine Mullkompresse für Umschläge tränken.

Empfehlenswert sind auch Salben und Tinkturen aus Beinwell-Blättern zur äußeren Anwendung, die selbst hergestellt oder käuflich erworben werden können.

Aus Blättern (auch getrocknete) oder/und Wurzelstücken kann ein Aufguß hergestellt werden, der als Badezusatz verwendet werden kann, um rissige Haut, Juckreiz oder leichte Hautverletzungen zu behandeln.

Nicht empfohlen werden hier Tees aus Beinwell-Blättern für die innerliche  Anwendung aus den oben genannten Gründen. Für alle innerlichen Anwendungsgebiete des Beinwells gibt es viele andere Heilpflanzen ohne möglicherweise schädliche Nebenwirkungen (z.B. Kamille für Magen, Darm; Thymian gegen Husten usw).

Auch die Verwendung der Beinwell-Blätter in der Küche (als Spinat oder ausgebacken in Bierteig), wie es früher üblich war, wird heute nicht mehr empfohlen.

 

Die ayurvedische Wirkung des Beinwell

Der Beinwell ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) süß und zusammenziehend.

Die energetisierende Wirkung ist kühlend.

Die Verdauungswirkung ist süß.

Die Geschmacksrichtung süß wirkt schwer, befeuchtend, kühlend und nährend. Sie eliminiert Winde, Urin und Darminhalt.      

Die Geschmacksrichtung zusammenziehend wirkt blutstillend, hemmt die

 Schweißabsonderung, stillt Durchfall und ist ein gutes Wundheilmittel.

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So beeinflussen die Wirkstoffe von Beinwell ayurvedisch die Doshas: 

Vata und Pitta werden vermindert.
Kapha wird verstärkt.

Ayurvedisch wirkt Beinwell besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Blut (raksa),  Muskulatur (mamsa), Knochen (asthi), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Körpersysteme (srotas):  Atmung, Verdauung, Kreislauf, Nerven.

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Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

-          Wundheilung

-          Knochenmarksentzündungen

-          Knochenbrüche

-          Prellungen, Zerrungen

-          Verstauchungen

-          Hämatome

-          Sehnen- und Muskelentzündungen

-          Gelenkschmerzen

-          Arthrose

-          Als nährendes Tonikum für Lunge und Schleimhäute

-          Abszesse, Furunkel

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Zubereitung und Anwendung 

Als ayurvedisches Tonikum werden zwei Teelöffel Beinwellpulver mit einer Tasse Milch gekocht.

Eine Paste kann aus Wurzelpulver hergestellt werden, die zur Wundheilung als Umschlag oder Kompresse aufgetragen wird.

Pürierte Blätter können ebenfalls als äußere Anwendung durch Auftragen auf die betroffenen Stellen verwendet werden.

Auszüge (Decoctions) dienen ebenfalls der äußeren Anwendung. Dazu werden 100g Beinwellwurzel in 1 l Wasser 10 Minuten und danach abgeseiht.  

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Quellen und zum Teil zusammengefasst nach :
Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006,
Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf 2011
www.heilkraeuter.de

© VedaLife GbR 2019

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