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Birke (Betula alba, Betula pendula) Die Heilpflanze im Spiegel ihres eigenen Daseins:

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

 

Birke (Betula alba, Betula pendula)

Die Heilpflanze im Spiegel ihres eigenen Daseins: 

     1. Als Aristokratin unter den Bäumen ist sie für das Reinigen und Verschönern von Haut und Haar durch ihre frühlingszarte und weiße Ausstrahlung zuständig

     2. Sie fördert Gesundes-im-Fluss-Bleiben bei Stoffwechsel und Ausscheidungen durch Ihren Wasserhaushalt und ihre Frühsommertriebe

Birken sind sommergrüne, laubabwerfende Bäume oder Sträucher, die in sehr vielen Arten in Mittel- und Nordeuropa, in Südeuropa nur im Gebirge, und vereinzelt in Asien vorkommen. Die Birkengewächse sind sehr schnell  hochwachsende Gehölze, die  ausgewachsen bis zu 30 Metern Höhe erreichen können.

Bei den meisten Birken aus der Pflanzengattung der Birkengewächse (Betulaceae) ist die Borke (Rinde) auffällig. Sie reicht von Schwarz über  Dunkel- und Hellbraun bis Weiß; anfangs glatt, später lösen sich dünne, papierartige  Stücke ab. Das Wort Borke leitet sich tatsächlich von Birke ab.

Im Frühjahr wachsen rautenförmige Blätter und ährenähnliche Blüten. Männliche Blüten sind wie Kätzchen lang und gelblich und befinden sich an den Spitzen der langen Triebe. Die am selben Baum hängenden weiblichen Blüten sind grüne Zäpfchen, die am Ende der kurzen Seitenzweige wachsen.

Fast alle Birken bilden mit Höheren Pilzen symbiotische Verbindungen (Mykorrhizen), darunter mit Birkenröhrlingen, Rotkappen, Milchlingen und Täublingen.

Volkstümliche Namen der Birke sind u.a. Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Besenbirke, Bork, Moorbirke, Sandbirke, Weissbirke. Die englische Bezeichnung ist birch.

 
40-jährige Birke aus Südwestdeutschland
© VedaLife, Ayurvedabilder

Die Birke galt schon in früheren Zeiten als heiliger Baum. Sie symbolisierte die jungfräuliche Göttin bei den Fruchtbarkeitsfesten im Frühling. Das Aufstellen des Maibaums in vielen Dörfern galt ursprünglich der Birke und kennzeichnete den Beginn des Frühlings.

Mythologisch ist die Birke ein „Baum des Schutzes.“ So wurden nach überliefertem Glauben Birken im ländlichen Raum als Straßenmarkierungen zum Unfallschutz  angepflanzt, da sie durch ihre helle Rinde bei Dunkelheit gut erkennbar sind.

Verwendete Pflanzenteile der Birke sind die getrockneten jungen Blätter und Blattknospen, der Birkensaft durch Anzapfen sowie die Birkenrinde des Stammes und der älteren Zweige.
Die Blattknospen werden im März gesammelt, die Blätter zum Trocknen im Mai bis Juni, Saft kann von März bis Mai gewonnen werden.

Die besonderen Wirkungen der Birke

Die Birke ist geprägt  einerseits durch ihr frühlingshaftes lichtes Wesen und andererseits durch ihren starken Durst. Das von ihr aufgenommene Wasser bleibt im Fluss, stockt nicht und verdunstet schnell wieder. Je trockener die Birke steht, umso schneller werden die Blätter im Herbst gelb. Als Heilpflanze spiegelt die Birke ihre Wirkungen und Abläufe und  bringt  grundsätzlich etwas in Fluss und zum Fließen und hilft so bei Erkrankungen, bei denen ein Stocken zu schmerzhaften Ablagerungen führt.

Blätter und Knospen haben einen hohen Gehalt an Gerbstoffen (Bitterstoffe). Außerdem enthalten sind Saponine, Harze, Flavone, Mineralstoffe, ätherisches Öl. In der Rinde befinden sich Betulin (Birkenkampfer) und ein Phytosterin. Der Saft enthält zusätzlich bis zu 3 % Traubenzucker, Eiweißstoffe und organische Säuren. Im Birkenteer ist viel Phenol enthalten.

Die Heilwirkungen der Birkenblätter sind im Wesentlichen:

-            wassertreibend

-            blutreinigend

-            stoffwechselanregend

-            entschlackend

-            harntreibend

Die Wirkstoffe der Birkenblätter helfen besonders bei:

-            Nierenschwäche

-            Nierensteine

-            Blasenentzündung

-            Rheuma

-            Gicht

-            Gelenkschwellungen

-            Arthritis

-            Krampfadern

-            Durchfall

-            Frühjahrsmüdigkeit

Besonders bei Hautproblemen helfen die stoffwechselanregenden und blutreinigenden Wirkstoffe der Blätter. Birke wirkt entschlackend und unterstützt die eigene Hautaktivität.

Besonders geeignet sind die Wirkstoffe der Blätter bei diesen Hautproblemen:

-           Haarausfall

-           Schuppen

-           unreine Haut

-           fette Haut

-           Flechten

-           Ekzeme, Abszesse

-           Ödeme.

Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann der Birkenaufguss (Tee aus Blättern und Knospen) sowohl getrunken als auch für Waschungen und Bäder verwendet werden.

 

Neben- und Wechselwirkungen

Bei Einhaltung der Dosierungen sind keine Nebenwirkungen bekannt. Allerdings sollte Birkensaft nicht unverdünnt getrunken werden.


Blätter und männliche  Blüte der Birke
© VedaLife, Ayurvedabilder

       


Blätter und weibliche Blüten der Birke
© VedaLife, Ayurvedabilder

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Bedeutsam ist der klassische Birkenblätter-Tee. Für die Teezubereitung wird ein Teelöffel getrocknete Birkenblätter mit 200 ml heißem Wasser übergossen und etwa 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abgießen und mehrmals täglich eine Tasse trinken (bis zu einer Gesamtmenge von 1 Liter). Die Teezubereitung kann auch äußerlich für Waschungen oder Umschläge verwendet werden. Wichtigste Einsatzgebiete für den Birkenblätter-Tee sind Blutreinigung, Gicht, Hautausschlag, Nierenprobleme, Rheuma.

Besonders wirksam ist auch der Birkensaft. Von diesem Frischsaft werden 2 bis 3 Esslöffel über den Tag verteilt verdünnt mit Wasser eingenommen. Bei Hautproblemen kann der Birkensaft auch äußerlich angewendet werden. Zur Förderung des Haarwuchses kann die Kopfhaut damit eingerieben werden. Die Herstellung und Konservierung von Birkensaft ist nicht einfach und an einige Voraussetzungen gebunden, so dass es sich empfiehlt, Birkensaft im Reformhaus zu erwerben.

Der Birkenteer wird aus Birkenholz, Rinde und Wurzeln durch trockene Destillation gewonnen. Er hilft in Form von Salbe und Einreibung bei chronischen Hauterkrankungen, indem zuerst die Haut gereizt wird und so zu Entzündungsprozessen führt, die dann  Ekzeme und Abszesse besser abheilen lassen. Birkenteer kann nicht selbst hergestellt werden, sondern muss über die Apotheke bezogen werden. Dies gilt auch für Birkenkohle, die bei Durchfall hilft, weil die Kohle Schadstoffe und Flüssigkeit im Darm aufnimmt.


Ausgewachsene Birke Anfang Mai
© VedaLife, Ayurvedabilder

Die ayurvedische Wirkung der Birke

Die Birke ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) bitter und scharf.

Die energetisierende Wirkung ist kühlend. Die Verdauungswirkung ist scharf.

Die Geschmacksrichtung bitter wirkt fiebersenkend, antibakteriell, antiseptisch, Keim tötend und entgiftend. Bitter reinigt das Blut und das gesamt Gewebe, hat eine leicht herabsetzende und schwächende Wirkung auf den Körper.

Die Geschmacksrichtung scharf ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharf stabilisiert den Kreislauf und aktiviert allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

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So beeinflussen die Wirkstoffe der Birke ayurvedisch die Doshas:

Pitta und Kapha werden vermindert (beruhigt, ausgeglichen).

Vata wird verstärkt.

Ayurvedisch wirkt die Birke besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Nerven, Verdauung, Atmung. 

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Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

-          Nierenprobleme

-          Blasenprobleme

-          Rheumatische Erkrankungen

-          Entzündungen

-          Hauterkrankungen

-          Ekzeme

-          Abszesse

-          Wundheilung

-          Gicht

-          Arthritis

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Zubereitung und Anwendung:

Birkenblättertee wird wie folgt zubereitet: 1 Teelöffel Blätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und nach 5 Minuten abseihen. Nicht mehr als 3 Tassen täglich trinken.

Birken-Frischsaft kann bis zu 3 Esslöffeln täglich verdünnt eingenommen werden.

Birkenteer, gewonnen als trockenes Destillat aus der Rinde und älteren Ästen, wird als Salbe oder Einreibung angewendet.

 

(Quellen und zum Teil zusammengefasst nach :

Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006,

Künkele/Lohmeyer, Heilpflanzen und Kräuter, o.J.

www.vorsichtgesund.de/glossary/birke)

© VedaLife GbR 2018

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