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Die Brennnessel ist eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae)

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

Brennnessel  (Urtica dioica)

-         ihre Essenzen nähren und beschützen

Die Brennnessel ist eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Brennnesseln kommen fast weltweit vor; sie sind Kosmopoliten. In Deutschland sind die Große und die Kleine Brennnessel am häufigsten anzutreffen.

Die Brennnessel ist eine mehrjährige, zweihäusige Pflanze von 30 bis 120 cm Höhe mit vierkantigen Stielen und den typischen Barthaaren. Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind gestielt. Der Blattrand ist meist mehr oder weniger grob gezähnt. Die Brennnessel bringt kleine, unscheinbare und gelbliche Blüten hervor, die in den Achseln der Blätter wachsen.

Jedem bekannt und auch bei jedem unbeliebt sind die Brennnesseln  wegen der schmerzhaften Quaddeln (Schwellungen), die auf der Haut nach der Berührung der Brennhaare entstehen. Bei den einzelnen Sorten sind die Folgen durch die Brennflüssigkeit unterschiedlich: so ist beispielsweise die Brennflüssigkeit der Kleinen Brennnessel (Urtica urens) wesentlich schmerzhafter als die der Großen Brennnessel (Urtica dioica).

Die Brennnessel bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze mit humoser und stickstoffreicher Erde. So ist die Brennnessel wegen ihrer Vorliebe für stickstoffreiche Erde eine sogenannte Stickstoffanzeigerpflanze.

Arzneilich werden von der Brennnessel die jungen Triebe und Blätter verwendet, manchmal auch das ganze Kraut und die Wurzel. Die Brennnessel enthält Eisen in hoher Konzentration, außerdem Vitamin A, B und C, Kalzium, Natrium, Magnesium, Kieselsäure, Schwefel und Serotonin. Die ebenfalls enthaltene Ameisensäure und die Histamine in den Härchen verursachen das typische Brennen.

Rosmarin
Junge Brennnessel
© Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder 2015

Die Brennnessel wird volkstümlich auch genannt: Donnernessel, Grosse Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel, Eselskraut, Gänsewurzel; engl. Nettle. Im heutigen Sprachgebrauch wird die Brennnessel auch „Superunkraut“ genannt. Verwendete Pflanzenteile sind vorzugsweise junge Blätter und Triebe, aber auch mitunter das ganze Kraut und die Wurzel.

 

Die besonderen Wirkungen der Brennnessel

Die Brennnessel ist, von der Wurzel angefangen, über Stängel und Blätter bis zur Blüte heilkräftig. Sie stand bereits im Altertum in höchstem Ansehen. Albrecht Dürer hat einen Engel gemalt, der mit der Brennnessel in der Hand zum Thron des Allerhöchsten emporfliegt.

Die Brennnessel  ist eine Heilpflanze, die harntreibend, zusammenziehend, blutstillend, krampflösend und blutzuckersenkend ist. Sie ist reich an Vitaminen und Mineralien und regt den Stoffwechsel an.  Wichtige Inhaltsstoffe sind ferner Eisen, Histamin und Sekretin.      

Die Brennnessel wirkt besonders bei:

-          Blutreinigung, Blutbildung

-          Arthritis

-          Gicht

-          Erkrankungen der Harnwege

-          Nieren- und Harngrieß

-          Frühjahrmüdigkeit

-          Verstopfung

-          Durchfall

-          Magenschwäche

-          Nierenschwäche

-          Bluthochdruck

-          Menstruationsbeschwerden

-          Hämorrhoiden

-          Hautproblemen, Ekzemen

 

 

 

Rosmarin

Brennnessel-Samen ungemahlen

© Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder 2015

                                                                     

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Sehr beliebt ist die Brennnessel als hervorragende Stoffwechselpflanze.  Besonders bei Frühjahreskuren, bei denen die Schlacken des Winters ausgespült werden können. Die Wirkstoffe der Brennnessel können dabei als Tee aufgenommen werden, im Salat und in einer Suppe, aber auch als Gemüse wie Spinat.

Der Tee kann wie folgt zubereitet werden: vier bis acht Esslöffel getrocknetes Brennnesselkraut mit einem Liter Wasser übergießen, ca. 10 bis 15 Minuten ziehen lassen,  mit einem Sieb abseihen und in eine Thermoskanne füllen. Den Tee zu beliebigen Zeiten tagsüber trinken.

Die Blätter (Kraut) der Brennnessel werden, wenn möglich, während der Blüte oder kurz davor abgezupft. Dabei unbedingt als Schutz vor den Brennhaaren Handschuhe tragen. Die abgezupften Blätter dann an einem kühlen und trockenen Ort trocknen lassen. Wem der Geschmack der reinen Brennnessel nicht behagt, kann den Tee mildern durch die Beigabe von Kamille oder Pfefferminze.

Aus den frischen Wurzeln kann eine starke Tinktur hergestellt werden. Dazu werden die Wurzeln gesäubert, klein geschnitten und ein Schraubglas damit ganz gefüllt. Mit 45%igem Alkohol aufgießen, 2 – 3 Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln, dann abseihen und in dunkle Tropfflaschen abfüllen. Die Dosierung ist dann 3-mal täglich  zwanzig Tropfen. Die Brennnessel-Tinktur kann auch gegen Haarausfall und bei Schuppen in die Kopfhaut einmassiert werden.

Brennnesselsamen geben Kraft und wirken bei Erschöpfungszuständen. Sie können über den Salat oder z. B. ein Butterbrot gestreut werden. Gut geeignet sind die Samen auch zum Würzen von Suppen. Sie können auch direkt zur Stärkung gegessen werden: einen Teelöffel pro Tag kauen.

Für wirksame Fußbäder werden zwei gehäufte Hände frische oder getrocknete Brennnesseln in einem 5-Liter-Topf mit kaltem Wasser auf kleiner Flamme langsam bis zum Kochen erhitzt. So warm als man es vertragen kann, darin 20 Minuten die Füße baden. Das Fußbad kann, wieder angewärmt, zwei- bis dreimal verwendet werden.

Sonstige Anwendungen

In der Küche gilt die Brennnessel als eine starke Gewürz- und Heilpflanze. Als Suppe oder Salat ist sie besonders zu empfehlen. Die jungen Blätter werden in gekochtem Zustand auch zur Verfeinerung von Risotto, Omeletts und Füllungen eingesetzt.

Wegen ihres hohen Anteils an Chlorophyll hat die Brennnessel eine desodorierende Wirkung. Deshalb wird sie in der Kosmetik gerne für Badezusätze, Lotionen und Seife genutzt.

Wichtig für Allergiker: wegen ihrer Histamin blockierenden Stoffe kann die Brennnessel allergische Reaktionen mildern und abblocken.

In der Landwirtschaft kann die Brennnessel zur Vertilgung von Ungeziefer und Schädlingen eingesetzt werden. Dazu werden größere Mengen von Brennnesseln in einem großen Wasserbehälter längere Zeit zum Auslaugen gelagert. Dann werden alle Pflanzen damit begossen.

 

Die ayurvedische Wirkung der Brennnessel

Die Brennnessel ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) zusammenziehend.  

Die Grundeigenschaft ist leicht.

Die energetisierende Wirkung ist erhitzend.

Die Geschmacksrichtung zusammenziehend  (herb) ist austrocknend, kühlend und schwer, behindert die Eliminierung von Winden, Urin und Darminhalt. Zusammenziehend (adstringierend)  wirkt blutstillend und immer kühlend.

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So beeinflusst Brennnessel ayurvedisch die Doshas:

Pitta und Kapha senkend. Vata erhöhend.

Ayurvedisch wirkt die Brennnessel besonders auf die Gewebe (dhatus):  Plasma (rasa), Blut (rakta)  und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas):  Nerven, Verdauung, Atmung.

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Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

-          Blutungen

-          Blutzuckerregulierung

-          Verdauungsstörungen

-          Koliken

-          Hautirritationen

-          Asthma

-          Harnwegserkrankungen

-          Neuralgien

-          Prostataerkrankungen

-          Arthritis, Gicht

-          Kreislaufschwäche

-          Rheumatismus

 

Zubereitung:

Selbst als Gemüsepflanze in der ayurvedischen Küche entfaltet die Brennnessel ihre wichtigsten Wirkstoffe. Hier ist die Brennnessel besonders gut für Gemüsezubereitungen und Suppen.

Zu Heilzwecken wird die Brennnessel als Tee, Tinktur oder Fußbad verwendet.

Für Tee wird getrocknetes Brennnesselkraut mit kochendem Wasser aufgegossen und 15 Minuten ziehen lassen. Täglich können zwei Tassen nach den Mahlzeiten getrunken werden.

Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Das ätherische Brennnessel Öl sollte allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

 (zum Teil zusammengefasst nach Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006)

© VedaLife GbR 2015
 

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