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Gesundheit - Fette, Öle und Ghee im Ayurveda

Fette, Öle und Ghee im Ayurveda

Fette sind Grundnahrungsmittel, aus denen unser Körper Energie gewinnt. Je nachdem, ob ein Fett bei Raumtemperatur fest oder flüssig ist, spricht man von Fett oder von Öl (= fettes Öl).
In der Regel decken wir unseren Energiebedarf durch Kohlenhydrate (Zucker, Glykogen), so dass zur Energiegewinnung Fett nicht unbedingt notwendig ist. Zuviel Energie wird in Depots gelagert und wartet dort auf den Verbrauch. Bei einer körperlichen Anstrengung wird aber zuerst die Energie aus Kohlenhydraten verbraucht. So werden unsere Fettlager meistens immer größer. Energie aus den Fettdepots wird frühestens nach einer halben Stunde körperlicher Arbeit oder Sport verbraucht, und auch dann nur, wenn in dieser Zeit keine Pause eingelegt wurde.

So werden Fette gewonnen

Fette gehören als Naturstoffe zu den Lipiden. In Pflanzen findet man Fette hauptsächlich in Samen oder Keimen, im tierischen Organismus im Fettgewebe. Fette und fette Öle werden als Nahrungsmittel verwendet (Speisefette und Speiseöle) und werden technisch zum Beispiel als Schmierstoffe eingesetzt. Neuerdings werden große Mengen pflanzlicher Öle (z.B. Rapsöl, Palmöl) chemisch zu Biodiesel umgesetzt.
Fette werden entweder aus tierischen Produkten oder aus Nutzpflanzen (Ölpflanzen, Ölsaat), aber auch in der chemischen Industrie gewonnen. Tierische Fette werden direkt aus dem Fettgewebe geschmolzen (Schmalz, Tran, Talg) oder aber aus Milch (Butter) gewonnen. Ghee ist in einem speziellen Verfahren geklärte Butter (Butterschmalz), ein von allen Schlacken befreites Fett, das seit Jahrtausenden zu Heil- und Nährzwecken verwendet wird. Margarine ist ursprünglich tierischer Herkunft gewesen, wird heute aber durch Fetthärtung (Hydrierung) der Doppelbindungen in pflanzlichen Ölen gewonnen.

Fett ist nicht gleich Fett

Natürliche Fette enthalten unterschiedliche Fettsäuren (Triglyceride) und stellen immer ein Gemisch verschiedener Fette dar. Man unterscheidet Fette aufgrund ihres Gehalts an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren sind grundsätzlich gesünder als gesättigte.
Die Zufuhr an gesättigten Fettsäuren sollte daher möglichst eingeschränkt werden. Zusammen mit den so genannten Transfetten, die in künstlich gehärteten Fetten vorkommen und den Fettstoffwechsel besonders negativ beeinflussen, sollten gesättigte Fettsäuren weniger als 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.

Tipp für Ihre Gesundheit:
Das genannte Ziel können sie erreichen, indem Sie fettarme Fleisch- und Wurstsorten bevorzugen. Auch bei Milch und Milchprodukten sollten Sie auf den Fettgehalt achten. Viele Backwaren, Süßigkeiten und Knabberartikel enthalten große Mengen gesättigter und gehärteter Fette. Deshalb ist Naschen zwar erlaubt, aber nur in Maßen und geringen Mengen!

Faule und kontaktfreudige Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren verfügen chemisch nur über Einfachbindungen und sind auf Grund dieser Struktur wenig reaktionsfreudig. Zu ihnen gehören zum Beispiel alle gehärteten Fette. Sie wandern meistens sofort in die Fettdepots.
Ungesättigte Verbindungen sind viel kontaktfreudiger. Die einfach ungesättigten Fettsäuren besitzen eine Doppelbindung. Bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind auch mehrere Doppelbindungen vorhanden. Sie werden bei organischen Bauprozessen im Körper eingesetzt und liefern wichtige Bestandteile, die unser Körper braucht.

Fette mit hohem Anteil an  Beschaffenheit Einfluß auf die Blutfettwerte  Vorkommen 
gesättigten Fettsäuren  fest  negativ  Butter, Kokosfett, Schokolade, Wurst, Fleisch 
einfach ungesättigten Fettsäuren weich bis flüssig  positiv Olivenöl, Rapsöl, Erdnussöl
mehrfach ungesättigten Fettsäuren  weich bis flüssig  positiv  Distel-, Soja-, Lein-, Sonnenblumenöl, Fischöle 

Tipp für Ihre Gesundheit:
Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden auch als essentielle (= lebensnotwendige Stoffe, die zugeführt werden müssen) Fettsäuren bezeichnet.
Achten Sie beim Kauf von Fetten und Ölen auf diese Bezeichnungen. Am besten verwenden Sie kaltgepresste Öle, deren Doppelbindungen durch Erhitzen nicht beschädigt wurden. Vermeiden Sie gehärtete Fette; sie stehen im Verdacht, gesundheitsschädliche Eigenschaften zu haben.

Das Gute an Pflanzenölen sind die ungesättigten Omega-Fettsäuren.
Pflanzenöle liefern außerdem Lecithin und Antioxidanzien und stärken so Herz und Kreislauf, beugen einer vorzeitigen Arteiosklerose vor und vertreiben schlechte Stimmung, weil sie genau jeden Zytokine ausschalten, die sich fast immer negativ auf unsere Laune auswirken. 
 
Typische Pflanzenöle im Haushalt

 

Die bessere Alternative zu allen Fetten und Ölen ist ayurvedisches Ghee

In der ayurvedischen Gesundheitslehre gilt Ghee (Butterschmalz) als die wirkungsvollste Alternative zu allen Fetten und Ölen, darüber hinaus sogar als Rasayana (Verjüngungsmittel).
Die herausragenden Wirkungen von Ghee beruhen auf der Art der Herstellung. Diese geschieht nach alter, traditioneller Rezeptur. Butter wird solange gereinigt und veredelt, bis sie gänzlich frei wird von Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker. So entsteht ein reines Naturprodukt.

So stellen Sie Ghee selbst her

Ein halbes Pfund Butter in einem Kochgefäß mit möglichst großem Durchmesser zum Schmelzen bringen. Temperatur drosseln, damit die Butter nicht braun wird, von Anfang an nicht Umrühren. Das Ganze soll nur leicht kochen, Bläschen steigen nach oben, Schaum bildet sich. Den Schaum immer wieder sorgfältig abschöpfen. Die Schaumbildung kann 30 Minuten dauern. Eiweiß sondert sich ab und sinkt auf den Topfboden. Das nennt man Klären der Butter.

Wenn alle Feuchtigkeit verdampft ist (Butter enthält ca. 15% Wasser), sich kein Schaum mehr bildet, das ausgesonderte Eiweiß auf dem Topfboden bleibt (es darf aber dort nicht braun werden), den Topf vom Feuer nehmen, die klare Flüssigkeit sorgfältig durch einen Tee- oder Kaffeefilter oder ein sauberes Küchentuch direkt in ein verschließbares Glas umfüllen. Kann im Kühlschrank oder der Vorratskammer aufbewahrt werden und wird dort fest und sahniggelb. Ein Pfund Butter ergibt etwa 3/4 Pfund Ghee.


Herstellen von Ghee im Haushalt

Die Vorteile von Ghee

Ghee ist leicht verdaulich und wird einfach und sanft vom Darm aufgenommen. So gelangt es in die Körperzellen und bindet dort freie Radikale, viel besser als Vitamine dies können.

Ghee wirkt ausgleichend auf alle fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Diese manifestieren sich im Ayurveda in den Strukturprinzipien Wind (Vata), Feuer (Pitta) und Schleim (Kapha) und schaffen so die Grundvoraussetzung für einen ausgeglichenen Gesundheitszustand (prakriti).

Ghee entgiftet den Körper und wirkt sich als Lebenselixier positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Ghee entlastet das menschliche Verdauungssystem. Menschen, die kein Fett vertragen, brauchen nicht länger auf Süßigkeiten und leckere Speisen zu verzichten, nur weil Leber und Galle nicht so mitmachen. Ghee ist Nahrung, die die verschiedenen Körpergewebe leicht und gründlich aufbaut. Toxine in unserer Ernährung werden durch den Verzehr von Ghee gebunden und so der Alterung vorgebeugt.

Ghee in der ayurvedischen Küche

Die ayurvedische Küche benutzt Ghee anstelle von Butter, Öl und Fett. Es entfacht das Verdauungsfeuer (agni) und ist selbst sehr leicht verdaulich. Es ist verdaulicher als Butter, Pflanzenöle und tierische Fette und kann erhitzt werden, ohne seine Qualität zu mindern. Ghee ist ohne Kühlung haltbar (es wird nicht ranzig), hat ein feines Aroma und einen nussartigen Geschmack.
Ghee kann zum Kochen, Dünsten und Frittieren verwendet werden. Es verfeinert alle Speisen.

  - Zum Dünsten, da es die Vitamine
  bewahrt
 
- Zum Abschmecken von fertigen
  Gerichten, z.B. über Gemüse, Reis
  oder Getreide geben
 
- Als Toast warm mit Kräutern und
  Gewürzen 

Ghee als bewährtes Hausmittel

Ghee kann äußerlich und innerlich angewendet werden und ist so eines der vielseitigsten, aber auch ältesten Hausmittel (über 5000 Jahre im Ayurveda bekannt).
Hier einige Wirkungen und Heilungsmöglichkeiten:

  • Körperlich bedingte Verstopfung verschwindet mit etwas mehr Ghee im Essen
  • Reibt man es in die Nasenschleimhaut ein, reinigt es diese und schützt vor Schnupfen
  • Abends auf die Fußsohlen aufgetragen, fördert es den gesunden und ruhigen Schlaf
  • Zusammen mit warmer Milch (max. 1,5 % Fettgehalt) sorgt es für eine angenehme Nachtruhe
  • Und dient zugleich als sanftes Abführmittel für den nächsten Tag
  • Abends auf müde Augen aufgetragen, wirkt es erfrischend und stärkt die Sehkraft über Nacht
  • Zum Abschminken ist es besonders zu empfehlen
  • Es ist Balsam für gereizte und gerötete Haut
  • Es pflegt raue Hände und hartnäckiger Schmutz löst sich leichter von den Fingern
  • Morgens schützt Ghee die Gesichtshaut und wirkt rückfettend nach der Rasur.

Ghee in der Medizin

Viele medizinische Zubereitungen im Ayurveda haben Ghee als Grundlage. Medizinische Ghees enthalten eine Vielzahl von Heilkräutern, die nach bestimmten Regeln vorbereitet und dann untergerührt werden. Ghee ist in solchen Zubereitungen das Transportmittel, das wichtige Substanzen und Antioxidante durch fettdurchlässige Zellmembranen in die Zellen trägt.
Jede Kur nach ayurvedischen Grundsätzen (z.B. panchakarma) beginnt mit der Einnahme von Ghee (Vorkur). Ghee bindet dabei Umwelt- und Körpergifte, die anschließend ausgeleitet werden.
Die Einnahme von Ghee während einer Ayurveda-Kur ist wohl eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Amalgam-Ablagerungen aus dem Körper zu entfernen. Unter den Stoffen, die freie Radikale binden, ist Ghee überlegen und weit vor den Vitaminen A, C und E.

Ghee wirkt ayurvedisch ganzheitlich auf Körper und Geist

Ghee stärkt die Verdauungskräfte und die Leber - es stärkt das Immunsystem - es kühl übermäßige Hitze - vermindert Sodbrennen - baut Nervosität ab - regt den Appetit und den gesamten Stoffwechsel an - es regt Ausscheidungen an - entsäuert, entgiftet und reinigt den Organismus - es hat entzündungshemmende Wirkung - erzeugt eine sanfte, weiche und glatte Haut - unterstützt die Bildung der Lebensenergie, die der Körper jeden Tag aus der Nahrung gewinnt (ojas) und stärkt so die Ausstrahlungskraft - es nährt alle sieben Körpergewebe (Plasma, Blut, Muskeln, Fett, Knochen, Knochenmark und Nerven, Fortpflanzungsgewebe) - es macht die Gelenke geschmeidig - verbessert die Gehirnfunktionen als Gehirntonikum - und balanciert alle drei Lebensenergien (doshas) Vata, Pitta und Kapha aus.

© Veda-Life GbR 2011