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Frauenmantel

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

-       ein schützender und mitfühlender Umhang für Frauen in vielen Lebenslagen

Der Frauenmantel ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Pflanze ist in Europa, Asien und Afrika verbreitet. In unseren Breiten findet sich der Frauenmantel in Form zahlreicher Unterarten. Von den etwa 1000 Arten sind rund 300 in Europa heimisch.

Den umgangssprachlichen Namen erhielt der Frauenmantel, weil die Blätter an den Umhang oder Mantel Marias, der Mutter Jesu Christi, erinnern sollen. Nicht zuletzt deswegen wurde der Frauenmantel im Mittelalter  als wichtige Heilpflanze bei Frauenleiden angesehen. Die Bedeutung des Frauenmantels als Volksarzneipflanze hat heute abgenommen, was aufgrund der vielfältigen heilenden Möglichkeiten der Pflanze zu bedauern ist. Einige Arten werden sogar häufig als Viehfutter verwendet.

Schon die keltischen Druiden verehrten den Frauenmantel. Seine Blätter sind dann noch mit Tautropfen am Morgen besetzt, wenn bei anderen Pflanzen der Tau schon längst abgetrocknet ist. Die Druiden nutzten diese Flüssigkeit zur rituellen Reinigung. Die Christen nannten sie später in Ermangelung einer anderen Erklärung Himmelswasser. Dabei ist diese allerdings seltene Erscheinung in der Pflanzenwelt lediglich Schwitzwasser des Frauenmantels selbst.

Auch den lateinischen Namen Alchemilla verdankt das Rosengewächs dem Schwitzwasser.  Die Alchemisten versuchten seinerzeit, diese geheimnisvolle Flüssigkeit bei der Suche nach dem Stein der Weisen einzusetzen.


Frauenmantel 

Das mehrjährige und winterharte Rosengewächs verbreitet sich mit einem kriechenden Wurzelstock. Der Frauenmantel findet sich häufig an Bachufern, Gräben und Wegrändern, aber auch auf Wiesen und Weiden. Die beliebte Pflanze findet sich auch in vielen Gärten. Die besonderen Arten des Silbermantel wachsen erst ab einer Höhe von 1000 Metern.

Die Pflanze ist ausdauernd und kann bis zu 40 cm hoch werden. Die Blätter sind gelappt, handförmig angeordnet gefaltet und leicht behaart. Sie sind zu einer grundständigen Rosette geformt. Die Blüten sind grün, unauffällig, 3 – 5mm groß und zu eine rundlichen Rispe angeordnet. Die Blütezeit ist Mai bis August. Der grundlegende Geschmack der Pflanze ist bitter und adstringierend, im Übrigen ist sie geruchlos. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend über ungeschlechtliche Samenbildung. Ganz ohne Bestäubung kann die Mutterpflanze identische Töchter ausbilden. Daher nennt der Volksmund diese Pflanze in manchen Gegenden auch Jungfernkraut.

Der Frauenmantel wird volkstümlich auch genannt Löwenfuß, Silberkraut, Marienmantel, Mantelkraut, Marienkraut, Gänsefuß, Sinau, Sintau (Sinn-Tau = Immertau). Da Regentropfen, Tau oder Wasser wie Perlen die Blätter der Pflanze schmücken, wird sie auch als Taurose, Taumantel oder Taublatt bezeichnet. Die Silbermantelarten in den Alpen werden auch Silbermänteli, Röckli (Schweiz) oder Regendächle (Schwaben) genannt.

Gesammelt werden das blühende Kraut und die Wurzel im Mai bis August, für Gemüse und Salate April bis August. Arzneilich verwendet wird das Frauenmantelkraut, d.h. die während der Blütezeit  gesammelten frischen oder getrockneten oberirdischen Teile.

Die Pflanze enthält als Droge Gerbstoffe, Harze, Bitterstoffe, Pflanzenschleim und Saponine, wenig ätherisches Öl und Flavonide.


Blatt des Frauenmantel mit Tautropfen

Die besonderen Wirkungen des Frauenmantels

Arzneilich werden beim Frauenmantel die oberirdischen Blätter in frischem oder getrocknetem Zustand verwendet. Daraus kann ein ausgesprochener Frauentee mit großer Heilkraft bei vielen Frauenleiden gemacht werden. Diese heilende Anwendung des Frauenmantel ist heute oft in Vergessenheit geraten bzw. nur noch Wenigen bekannt.

Frauenmantel wirkt adstringierend (zusammenziehend) und blutungsstillend. Die zusammenziehend  wirkenden Pflanzenstoffe führen auch zu einer starken Hemmung von Entzündungen und bewirken eine meistens erfolgreiche rasche Wundheilung.

Frauenmantel (in Form von Tee) wirkt besonders bei:

-       Durchfall

-       Magen- und Darmkatarrh

-       Menstruationsstörungen

-       Beschwerden in den Wechseljahren

-       Geschwüre

-       Ekzeme

-       Eitrige Entzündungen und Wunden

-       Entzündungen im Mund- und Rachenraum

-       Hauterkrankungen

-       Allgemeine Frauenleiden

Maria Treben berichtet in ihrer Anleitung „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“  (Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern), dass Frauenmantel  auch bei schlechtem Schlaf gute Dienste leiste; ebenso sollten Zuckerkranke oft davon trinken. Im Verein mit Hirtentäschel bringe der Frauenmantel bei Muskelschwund und schweren unheilbaren Muskelerkrankungen sowie bei Multipler Sklerose erkennbare Erfolge.

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Frauenmantel ist eine aufbauende und mitfühlende Heilpflanze mit vielen Wirkstoffen, was aber nur wenige wissen. Die Pflanze leistet mit ihren Wirkstoffen neben den medizinisch gebotenen Anwendungen universelle Hilfe bei fast allen Frauenleiden. Der Frauenmantel gilt aber auch als gutes Wundkraut, denn seine adstringierenden Eigenschaften  sorgen dafür, dass die Blutung gestillt wird und die erste Phase der Heilung schnell beginnen kann. Die zusammenziehende Wirkung hilft aber auch bei Durchfall und Magen-Darm-Katarrh.

Die wichtigste Form der Darreichung ist der Tee aus Blättern des Frauenmantel. Der Tee hat beruhigende und schmerzstillende Wirkung, hilft bei der Wundheilung und Entzündungen jeder Art. Es können täglich drei- bis fünfmal eine Tasse getrunken werden.

Für die Teezubereitung nimmt man einen gehäuften Teelöffel Kräuter auf ¼ Liter Wasser, nur aufbrühen und kurz (nicht mehr als 10 Minuten) ziehen lassen. Heilung oder Linderung ist auch möglich durch eine Kräuterauflage. Dazu wird eine entsprechende Menge Kräuter kurz gewaschen, zerquetscht (evtl. mit einem Nudelholz auf Holzunterlage) und dann auf die zu behandelnde Stelle aufgelegt. Wenn bei der Teezubereitung das ganze Kraut, Blüten, Blätter und Stängel verwendet werden, verstärkt sich bei leicht bitterem Geschmack die Wirkung.

Ebenfalls wirksam ist ein Vollbad mit Frauenmantel-Kräutern.  Dazu werden 200 g getrocknete Frauenmantel-Kräuter oder vier Händevoll frische Blätter in einem Eimer mit kaltem Wasser über Nacht angesetzt. Am nächsten Tag alles erwärmen und dann dem Badewasser zugießen. Die Wirkung des Frauenmantels kann verstärkt werden durch die Zugabe von Ringelblume, Schafgarbe und Ackerschachtelhalm.

In der Küche können frische, junge Blätter des Frauenmantels zu Salaten oder Suppen gegeben werden.


Verschiedene Blätter des Frauenmantels
Graf/Jahrmarkt, Ayurveda-Bilder 2016

Die ayurvedische Wirkung des Frauenmantels

Der Frauenmantel ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) zusammenziehend (herb) und bitter.

Die Grundeigenschaften sind leicht und trocken.

Die energetisierende Wirkung ist kühlend.

Die Geschmacksrichtung herb (zusammenziehend, adstringierend) ist austrocknend, kühlend und schwer, behindert die Eliminierung von Winden, Urin und Darminhalt. Zusammenziehend wirkt immer blutstillend und kühlend. 

Die Geschmacksrichtung bitter wirkt fiebersenkend, antibakteriell, antiseptisch, Keim tötend  und entgiftend. Bitter reinigt das Blut und das gesamte Gewebe, hat eine leicht herabsetzende und schwächende Wirkung auf den Körper.

 

So beeinflussen die Wirkstoffe des Frauenmantels ayurvedisch die Dosha:

Pitta und Kapha werden vermindert (ausgeglichen)

Vata wird erhöht (verstärkt)

Ayurvedisch wirken die Blätter des Frauenmantel besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Blut (rakta), Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Nerven, Verdauung, Atmung.
  

Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

-       Durchfall

-       Magen- und Darmkatarrh

-       Menstruationsstörungen

-       Geschwüre

-       Ekzeme

-       Eitrige Entzündungen

-       Unterleibsentzündungen

-       Wunden, Stiche, Schnitte

 Zubereitung und Anwendung:

Zu Heilzwecken werden die Blätter des Frauenmantels als Tee, Tinktur oder Aufguss verwendet. Die am besten während der Blütezeit gesammelten Blätter können in frischem oder getrocknetem Zustand verwendet werden.

Für den Tee werden 2 Teelöffel (rund 2 g) Frauenmantelkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. Nach 10 bis 15 Minuten abseihen und täglich drei- bis fünfmal eine Tasse davon trinken.

Für einen Aufguss oder Bad werden etwa 200 g getrocknete Kräuter des Frauenmantel über Nacht mit kaltem Wasser angesetzt. Am nächsten Tag erwärmen und als äußerlich angewandte Umschläge oder  Kompressen  verwenden oder in ein warmes Vollbad gießen.

Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Gegenanzeigen sind nicht bekannt.

(zum Teil zusammengefasst nach Rhyner/Frohn, Heilpflanzen im Ayurveda, 2006; Heide Fischer, Frauenheilpflanzen, Nymphenburger Verlag, 2006)

Übersicht einheimische Heilpflanzen

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