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Gesundheit - Gesund leben nach Ayurveda

Gesund Leben nach Ayurveda

Gesunde Ernährung, ausgewogene Bewegung und bewußtes Atmen sind die entscheidenden Faktoren für Ihre subjektive Gesundheit.

Hier erhalten Sie in abwechselnder Folge Gesundheits-Tipps, Ernährungs-Hinweise, kreative Rezepte nach ayurvedischen Grundsätzen und Vieles mehr zur Ihrer persönlichen Inspiration und zum Wohle Ihrer Gesundheit.


Dhanvantari
Gott der Ayurveda
Alle Lebewesen hängen vom Atem ab,
denn er ist die tragende Kraft des Lebens selbst,
die bestimmt, wie lange alles Leben währt.
Jene, die den Atem als Geschenk des Herrn ehren,
werden leben, um ihren Lebenskreis zu erfüllen.


TAITTIRIYA UPANISHAD
(7. Jahrhundert v. Chr.)

 

Ayurveda für die Generation 60+

Mittel und Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung und Steigerung des Wohlbefindens im Alter

Das reifere Alter des Menschen beginnt ungefähr mit 60 Jahren. Bei vielen Menschen setzt es heute jedoch auf Grund von persönlichen und Umwelteinflüsse schon früher ein; deshalb lässt sich ein genauer Zeitpunkt nicht bestimmen. Das Altern ist eine normale Erscheinung und grundsätzlich kein Krankheitsverlauf. Durch die körperlichen und psychischen Veränderungen beim Alterungsprozess kann es jedoch zu Beschwerden, Behinderungen oder gar Krankheiten kommen, die durch ayurvedische Heilmittel und Anwendungen gelindert oder beseitigt werden können.

Was kann Ayurveda leisten?

Hauptziele des Ayurveda bei älteren Menschen sind:

  • die sieben Gewebe (dhatus) zu schützen
  • die physische und psychische Immunität zu erhöhen
  • und die Doshas (Vata, Pitta, Kapha) im Gleichgewicht zu halten.

Deshalb bedeutet erfolgreiches- und angemessenes Älterwerden, dass die körperlichen und geistigen Funktionen des Menschen erhalten und bewahrt und Krankheiten vermieden werden. Grundsätzlich sollte das Leben in jeder Lebensphase zu genießen sein.


Die Doshas und ihre Anfälligkeiten

Wenn unser Körper normal und altersgerecht entwickelt und unser Geist wach und ausgeglichen sein soll, ist es notwendig, dass sich die drei Doshas in einem Ruhegleichgewicht befinden. Das heißt nicht, dass sie alle drei gleich stark ausgeprägt sind, sondern dass sich das bei der Geburt vorhandene Verhältnis der Doshas zueinander (Prakriti) im Laufe des Lebens nicht zu sehr in ein Ungleichgewicht verändert hat. Bei starker Verschiebung der ursprünglichen Verteilung der Doshas ist das dynamische Gleichgewicht gestört und wir spüren, dass wir nicht mehr gesund sind. Dann können physische und psychische Krankheiten auftreten.


Kapha - Das Strukturprinzip

Charakteristische Vorlieben des kapha-dominierten Menschen sind: schwer, ölig, kalt, langsam, stumpf, weich, schleimig, stabil.
Besonders ausgeprägt sind: Fruchtbarkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer, liebevoll, stur, starr, lethargisch.
Vom Gesundheitszustand her sind diese Menschen grundsätzlich stabil.

Krankheiten und Unregelmäßigkeiten treten bei kapha-dominierten Menschen besonders auf:

  • im oberen Bereich des Körpers
  • am Beginn des Tages, der Nacht und des Lebens
  • in der Kindheit
  • verschleimt, Asthma
  • bei kühlem, feuchtem Wetter
  • im Schlaf.


Pitta - Das Stoffwechselprinzip

Charakteristische Vorlieben des pitta-dominierten Menschen sind: heiss, scharf, brennend, durchdringend, leicht ölig, fließend, riechend, sensibel.
Besonders ausgeprägt sind: Mut, Entscheidung, Richtung, Zorn, Aggression, Rücksichtslosigkeit.
Vom Gesundheitszustand her liegen diese Menschen im Mittel.

Krankheiten und Unregelmäßigkeiten treten bei pitta-dominierten Menschen besonders auf:

  • in der Mitte des Körpers
  • in der Mitte des Tages, der Nacht und des Lebens
  • Entzündungen, Brennen
  • bei heißem Wetter
  • bei Wettbewerben, Prüfungen und Herausforderungen.


Vata - Das Bewegungsprinzip

Charakteristische Vorlieben des vata-dominierten Menschen sind: Trocken, kalt, leicht, feinfühlig, rau, schnell, wechselhaft.
Besonders ausgeprägt sind Unruhe, Inspiration, Enthusiasmus, Angst, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit.
Vom Gesundheitszustand her sind diese Menschen anfällig.

Krankheiten und Unregelmäßigkeiten treten bei vata-dominierten Menschen besonders auf:

  • im unteren Bereich des Körpers: Dickdarm, Hüfte, Taille, Oberschenkel, Beine, Nieren
  • bei Nerven, Haut, Knochen und Ohren
  • bei Schmerzen
  • im Alter
  • bei kaltem, trockenem Wetter
  • bei großer Unruhe, zu viel Bewegung und häufigem Fliegen.


Dosha - Schwerpunkte während des Lebens

Kapha - Kindheit und Jugend

Anabolismus
Hier bildet sich der Organismus aus.
Der Körper ist im Wachstum begriffen.

Pitta - Erwachsenenalter

Metabolismus
Der Körper ist ausgereift und stabil.
Der Schwerpunkt liegt im Stoffwechsel.

Vata - Greisenalter

Katabolismus
Der Körper beginnt abzubauen und baut ab.
 

Im Alter erhöht sich Vata

Alle Organe und Kanäle haben weniger Funktionskapazität als vorher in den jüngeren Jahren. Die Immunkraft lässt langsam nach; die Muskelkraft schwindet, da das Muskelgewebe durch Fettgewebe ersetzt wird. Der Verlust von Muskelgewebe erhöht das Risiko des verfrühten Alterns.

Körperliche Veränderungen

Besonders deutlich werden die Veränderungen bei den Geweben und Kanälen, die bestimmte Eigenschaften verlieren. Es können diese körperlichen Anzeichen und Symptome auftreten:

  • Die Haut verliert an Elastizität, sie wird trockener und Falten treten auf. Das Haar wird dünner und es kann zu Haarausfall kommen (Rasa Dhatu, Plasma, Lymphe).
  • Die Elastizität der Arterien lässt nach; es kann zu erhöhtem Blutdruck und Thrombosen kommen. Das Schlagvolumen des Herzens verringert sich (Raktha Dhatu, Blut).
  • Die Muskeln verlieren an Spannkraft (Tonus). Sie werden schwächer, was oft verstärkt wird durch körperliche Inaktivität (Mamsa Dhatu, Muskelgewebe).
  • Durch Aufbau von Fettgewebe entsteht eine Tendenz zu Übergewicht und Diabetes (Meda Dhatu, Fettgewebe).
  • Die Verdünnung der Knochen führt zu Osteoporose. Rückenschmerzen und Knochenbrüche häufen sich; knackende Gelenke (Asthi Dhatu, Knochengewebe).
  • Die Großhirnrinde verliert viele Neuronen. Das führt zur Veränderung mentaler Funktionen. Die Funktionen aller Sinnesorgane verfallen immer mehr. Die Sehkraft nimmt ab; Katarakte, Glaukome und Schwerhörigkeit nehmen zu (Majja Dhatu, Mark, Nerven).
  • Die Kapazität der Fortpflanzung nimmt ab; Impotenz kann häufiger auftreten (Shukra Dhatu).
  • Die Lungenelastizität nimmt ab; Lungenembolien und Herzinfarkt nehmen zu (Pranavaha Srotas).
  • Die Verdauung wird wechselhafter; die Fälle von Magenkrebs nehmen zu (Annavaha Srotas).
  • Vergrößerung der Prostata; Inkontinenz und Möglichkeiten der Harnwegsinfektionen nehmen zu (Mutravaha Srotas).
  • Verstopfungen treten häufiger auf, wenn das Vata gereizt ist (Purishavaha Srotas).


Psychische Veränderungen

Viele ältere Menschen fühlen sich besonders bei und nach Eintritt in das Rentenalter von der Gesellschaft und der Familie nicht mehr gebraucht. Dies kann zu Depressionen führen.

Besonders die vata-bestimmten Symptome verändern sich und wandern und werden in der Regel stärker und ausgeprägter: Nervosität, Rastlosigkeit, Irritationen, Sorgen, Ängste, Zweifel, Ratlosigkeit, Lustlosigkeit, Gefühl der Leere, Verlangen nach warmen Dingen.

Krankheiten durch hohes Vata-Ungleichgewicht

Die zwangsläufig altersbedingten Veränderungen bei den Geweben (Dhatus) und den Kanälen (Srotas) können bei hohem oder sich laufend verstärkendem Vata-Ungleichgewicht zu diesen Krankheiten führen:

- Starkes Kältegefühl und Lähmungen
- Schmerzen im ganzen Körper, besonders im Urogenitaltrakt
- Prostataprobleme
- Demenz, Alzheimer
- Osteoporose
- Arthritis, Arthrose
- Hoher Blutdruck und Arteriosklerose
- Sprachverlust und Versagen der Sinnesorgane
- Verfärbungen der Haut und abnormale Zellveränderungen.

 

Ayurvedische Behandlungsmöglichkeiten

Um das irritierte und zu hohe Vata zu beruhigen, hilft eine tägliche Abhyanga-Selbstmassage mit warmem Sesamöl für den ganzen Körper oder Teile. Es kann auch Mandel- oder ein spezielles Vata-Öl sein. Danach sollte man warm duschen.

Bei lokalisierbaren Schmerzen kann warmes Rizinusöl extern angewendet werden.
 
Amalaki (Emblica officinalis)


Um den Schlaf zu verbessern, können die Fußsohlen mit Ghee geölt werden. Vata verringert sich ferner, wenn regelmäßig alle Körperöffnungen geölt werden. Durch Einläufe wird die beste Vata-Regulierung erreicht und darüber hinaus auch ein Verjüngungseffekt.

 

Ayurvedische Spezialität: Rasayanas

Rasayanas sind als Nahrungsergänzungsmittel spezielle, meist pflanzliche Mittel, deren Gabe hauptsächlich auf die Doshas ausgerichtet ist und die verjüngende Effekte und einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand haben. Sie fördern das Immunsystem und helfen beim Gewebeaufbau und der Regeneration des Körpers.

Als klassische Rasanaya-Nahrungsmittel zum Gewebeaufbau dienen Milch, Weizen, Hafer, Dinkel, Mungbohnen, Mandeln, Nüsse, Geflügel und Eier.
Besonders wertvoll für ältere Menschen sind als Rasanayas die bei uns gut bekannten Nahrungsergänzungen wie Gelee Royal und Weizengras.
Die in der östlichen Welt besonders beliebten universellen Rasanayas, die generell wirken und immer eingesetzt werden können, sind

  • Triphala: Mischung aus Amalaki (Emblica officinalis), Bibhitaki (Terminalia bellirica) und Haritaki (Terminalia chebula)
  • Brahmi (Bacopa monnieri)
  • Ashvagandha (Withania somnifera)

Wenn der Kapha-Anteil verringert werden soll, helfen:

  • Vaca (Acorus calamus )
  • Pippali (Piper longum)
  • Guggulu (Commiphora mukul).

Wenn der Pitta-Anteil verringert werden soll, hilft:

  • Guduchi (Tinospora cordifolia).

Wenn der Vata-Anteil verringert werden soll, hilft besonders:

  • Ashvagandha (Withania somnifera).

Rasanayas können auch sehr gezielt eingesetzt werden als Verjüngungselemente für spezielle Gewebe:

Bei Rasa Dhatu: Shatavari (Asparagus racemosus)
Bei Rakta Dhatu: Eisen, Amalaki (Emblica officinalis
Bei Mamsa Dhatu: Bala (Sida cordifolia), Ashvagandha (Withania somnifera)
Bei Meda Dhatu: Shilajatu (Asphaltum Punjabianum), Guggulu (Commiphora mukul)
Bei Asthi Dhatu: Laksha, Vanshalochana (Bambusa arundinacea)
Bei Majja Dhatu: Shankapusphi (Convolvulus pluricans), Brahmi (Bacopa monniera)
Bei Shukra Dhatu: Kapikacchu (Mucuna prureins).

Mentale Rasayanas (Ahar Rasayana) sind ebenfalls sehr hilfreich bei der Gesundheitsförderung und dem täglichen Wohlbefinden. Es sind gleichsam die buddhistischen heilsamen Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und vor allem Mitleid.
 

So ernähren Sie sich im Alter nach ayurvedischen Grundsätzen richtig

  • essen Sie regelmäßig, d.h. 3-4 Mahlzeiten
  • warme und gekochte Speisen, immer frisch zubereitet
  • leicht verdaulich, aber nahrhaft, besonders gut sind alle Wurzelgemüse (Kartoffeln, Karotten, Rote Beete usw.)
  • feuchtes und saftiges Essen, ausreichend Flüssigkeit in der Nahrung, mit genügend Fett (am besten Ghee)
  • die Speisen sollten süß, sauer, salzig (mäßig), leicht ölig sein
  • die Verdauung und den Gewebestoffwechsel verbessern durch wärmende und verdauungsfördernde Gewürze, z.B. Fenchel, Anis, Nelke, Zimt, Kumin, Basilikum, Safran und gekochtem Knoblauch
  • genügend heißes Wasser trinken; morgens zwei Tassen Ingwerwasser
  • keine kalten Speisen, keine rohen Speisen
  • Fleisch hauptsächlich in Suppen
  • besonders geeignet: Zitrone, Granatapfel, reife saure Früchte, Bioapfelessig.


Was Sie im Alter nach ayurvedischen Grundsätzen vermeiden sollten

  • Wind, Kälte, Frost, Zugluft
  • Überanstrengungen
  • Zu viel Essen
  • Tätigkeiten und Übungen, die über die eigene Leistungsfähigkeit hinausgehen
  • keine weiten Reisen und nicht zu oft Fliegen.


Ihr Ziel: Gesundheitsförderung und Wohlbefinden im Alter

Wenn diese ayurvedischen Grundsätze angewendet und die entsprechenden Hilfsmittel und Möglichkeiten diszipliniert eingesetzt werden, wirken sie insgesamt gesundheitsfördernd und lebensverlängernd. Von vielen Krankheiten bleiben Sie verschont. Die Lebensqualität in zunehmendem Alter sinkt wenig und vor allem nicht dramatisch und leidvoll bemerkbar.

Allerdings muss Ihr Leben in tägliche Routinen und Abläufe eingebettet sein, die insgesamt positiv sind. Zu diesen täglichen Routinen zählen insbesondere: sinnvolle Aufgaben für sich selbst oder die Gemeinschaft; das Eingebunden sein in die Familie oder eine ähnliche Struktur; moderate aber regelmäßige Bewegung oder Wandern; spirituelle Praktiken und geistige, kulturelle Beschäftigung sowie Sexualität in gesunder Weise.

Quellen:
Ranade Subhash, Visionen 4/09, www.ayurveda-hautnah.com
Kerstin Rosenberg, yoga aktuell, Dez 08/Januar 09, S. 26 f, www.ayurveda-akademie.org
Ayurveda-Verein Nexenhof, Komplementäre Pflege Ayurveda, www.ayurveda-verein.at
Gesundheit ist kein Geheimnis, www.veda-life.de
Elmar Stapelfeld, Rasayanas, www.ayurveda-journal.de

© Vedalife GbR 2011