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Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda: Kümmel


Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen 

Kümmel (Carum Carvi)

                - zum Entkrampfen und Loslassen

Der echte Kümmel ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Als eines der ältesten Gewürze wächst er in ganz Europa, in Indien, der Mongolei und sogar in Sibirien.
Die krautige Pflanze Kümmel ist zweijährig und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 cm. Die Wurzel ist rübenartig. Kümmel blüht von Mai bis Juli. Der Samen reift ab Juni bis August. Er besteht aus einer kahlen Spaltfrucht, die in zwei Einzelfrüchte zerfällt. Diese Einzelfrüchte werden Kümmelsamen genannt und besitzen einen charakteristischen Duft, wenn sie zerrieben werden.


Echter Kümmel
© Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder

Der echte Kümmel wird volkstümlich auch genannt Kimmich, Feldkümmel, Wiesenkümmel, Brotkümmel, Karve, Karbei, Köm (engl. Caraway). Nicht zu verwechseln ist der echte oder gemeine Kümmel mit dem Kreuzkümmel (Cuminum cyminum), auch ein Doldenblütler und manchmal Kumin genannt und dem echten Schwarzkümmel (Nigella sativa), der aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) stammt.
Die Kümmelpflanze enthält viele ätherische Öle, vor allem Carvon, Carveol, Limonen, aber auch Fettsäuren, Gerbstoffe, Flavonoide, Cumarine und Harze.

Die besonderen Wirkungen von Kümmel

Zu Heilzwecken und als Droge im pharmazeutischen Sinn werden die getrockneten reifen Früchte kultivierter Sorten verwendet ebenso das Kümmelöl. Hauptwirkstoff und oft bis zu 50% enthalten ist das ätherische Öl mit Carvon, daneben Limonen und Flavonoide.
Durch Kümmel wird die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen angeregt. Kümmel hat erhebliche blähungswidrige und krampflösende Eigenschaften. So wird Kümmel überwiegend bei Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl angewendet, ebenso bei leichten Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden.
Die Heilwirkung ist antibakteriell, blähungswidrig, entspannend, keimhemmend, krampflösend, verdauungsfördernd und appetitanregend. Kümmel ist das stärkste Karminativum, das in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde bekannt ist (Karminativum = krampflösend, blähungsentlastend, reinigend).

Kümmel wirkt besonders bei:

  • Appetitlosigkeit
  • Gallenbeschwerden
  • Magenkrämpfe
  • Reizmagen
  • Völlegefühl
  • Fettverdauungs-Probleme
  • Leberschwäche
  • Rheuma
  • Periodenkrämpfe
  • Koliken
  • Zahnschmerzen
  • Husten, Krampfhusten
  • Milchbildung.

Das ätherische Öl des Kümmelsamens kann hautreizend wirken. In wenigen Fällen treten allergische Reaktionen auf.


Kümmel-Samen
© Graf/Jahrmarkt, Ayurvedabilder

Heilpflanzlichen Anwendungen und Tipps

Kümmel kann als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Pulver zum Einnehmen angewendet werden. Der Kümmelsamen kann auch einfach gekaut werden.

In der Küche wird Kümmel gerne verwendet. Die Blätter passen wegen ihres milden Petersilien-Dill-Geschmacks gut zu Suppen und Salaten. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. In schwer verdaulichen Speisen ist Kümmel das klassische Gewürz zum Entspannen und Auflockern, zum Beispiel bei allen Kohlgerichten, die regelmäßig VATA-erhöhend sind. Verschiedene Spirituosen erhalten durch Kümmel einen besonderen Geschmack, z.B. der skandinavische Aquavit, der norddeutsche Köm oder der Wiener Kaiser-Kümmel.

Die häufigste heilpflanzliche Anwendung ist der Kümmeltee. Zur Herstellung werden zwei Teelöffel Kümmelsamen leicht zerstoßen und mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen (zehn Minuten ziehen lassen). Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken (bis zu drei Tassen täglich). Nach sechs Wochen Daueranwendung sollte eine Pause eingelegt werden, um mögliche Langzeitwirkungen zu vermeiden, wie sie oft bei stark wirksamen Heilpflanzen auftreten.

In dieser Pause könnte zum Beispiel eine Teemischung aus 40 gr Kümmelsamen, 20 gr Koriandersamen, 20 gr Fenchelsamen und 20 gr Anissamen, besonders bei Verdauungsschwäche und Blähungen, eingenommen werden.

Sehr wirksam ist auch eine Kümmel-Tinktur. Für die Herstellung übergießt man die ganze Kümmelpflanze mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Aufguss in einem Schraubdeckelglas etwa zwei Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur können 10-50 Tropfen täglich eingenommen werden. Falls die Tinktur zu stark ist, lässt sie sich ohne weiteres mit Wasser verdünnen.

Gute erfrischende und belebende Wirkung hat auch ein Kümmel-Vollbad, in das ein Liter starker Kümmeltee gegeben wird. So können Sie die Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag vertreiben.

Kümmel-Pulver, das käuflich zu erwerben ist, kann täglich eingenommen werden mit warmem Wasser (eine Messerspitze auf eine Tasse).

Die ayurvedische Wirkung von Kümmel

Kümmel ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) scharf. Die Grundeigenschaften sind leicht und trocken.

Die Geschmacksrichtung scharf ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharf stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

Die energetisierende Wirkung von Kümmel ist erhitzend.

Im Ayurveda wirkt Kümmel blähungswidrig, verdauungsfördernd, tonisierend und kreislaufstärkend.

Achtung: Bei Überdosierung sind zentrale Erregung, Schwindel und Bewusstseinstrübung möglich.


So beeinflusst Kümmel ayurvedisch die Doshas:

Vata senkend und Kapha senkend.

Ayurvedisch wirkt Kümmel besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Nerven, Verdauung, Atmung.


Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

  • Verdauungsstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Koliken
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bronchitis
  • Kehlkopfentzündungen
  • Frauenbeschwerden nach der Geburt

Zubereitung:

Selbst als Gewürz in der Küche entfaltet Kümmel seine Wirkstoffe.

Für Aufgüsse und andere Zubereitungen beträgt die Einzeldosis der frische zerkleinerten Droge 1 bis 5 gr, die mittlere Tagesdosis 1,5 bis 6 gr.

Zur Teebereitung werden 1 bis 2 Teelöffel voll (ein Teelöffel entspricht etwa 3,5 gr) unmittelbar vor Gebrauch zerquetscht und danach mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. 10 bis 15 Minuten bedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen.

(zusammengefasst nach Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf, 2011, sowie Rhyner, Das neue Ayurveda Praxis Handbuch, Neuhausen/Schweiz, 2004)

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