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Oregano (Origanum vulgare) - ein vielfach schützender Wohlgemuth


Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda

Übersicht einheimische Heilpflanzen 

Oregano (Origanum vulgare)

ein vielfach schützender Wohlgemuth

In der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), darunter in der Gattung Dost (Origanum) gibt es viele verschiedene Arten. Neben den natürlichen Vorkommen in fast ganz Europa wird Oregano weltweit in warmen und gemäßigten Breiten angebaut und genutzt. Weltweit sind 52 Oreganoarten bekannt.

Die Herkunft des Namens ist unklar; viele Volkslegenden kennen diese Pflanze. Sie bevorzugt warme Standorte auf kalkhaltigem Untergrund. Oregano besiedelt gerne trockene und lichte Wälder, Gebüsche an Weg-und Waldrändern sowie sonnige Hänge und Hecken.

Oregano ist eine ausdauernde, mehrjährige krautige Pflanze, die zwischen 20 und 70 cm Höhe erreichen kann. Ihr ausgeprägter herber aromatischer Duft und Geschmack ist charakteristisch.


Oregano
© Graf/Jahrmarkt, Ayurveda-Bilder

Oregano enthält ätherische Öle wie Thymol und Carvacrol sowie Gerb- und Bitterstoffe. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Droge beträgt 267,2 mg pro 100 Gramm Frischgewicht.

Im Volksmund wird Oregano auch genannt: Dorst, Dost, Echter Dost, Gemeiner Dost, Wohlgemuth oder wilder Majoran, wilder Balsam, Bergminze.

 

Die besonderen Wirkungen von Oregano

Dost oder Oregano wird in der Heilkunde vorwiegend als Tee verwendet. Tinkturen aus Oregano lassen sich ebenfalls ansetzen und sind besonders wirksam als Hustentropfen oder gegen Menstruationsbeschwerden. Oreganoöl kann nicht rein (ohne beigemischtes Trägeröl) verwendet werden.

Verwendete Pflanzenteile sind das blühende Kraut und die Blätter. Sammelzeit ist Juni bis September. Es empfiehlt sich, Stängel des Oregano eine Handbreit über dem Boden abzuschneiden und diese zum Trocknen in einem dunklen Raum aufzuhängen. Nach dem Trocknen können die Blätter vom Stängel abgestreift und trocken aufbewahrt werden.

Wegen seiner bakterientötenden Eigenschaften wird Oregano gerne bei Wunden verwendet. Bei der äußerlichen Anwendung wird überwiegend Oregano als ätherisches Öl eingesetzt.

Während der Schwangerschaft darf Oregano innerlich auf keinen Fall eingenommen werden.

Oregano wirkt besonders bei:

- Appetitlosigkeit
- Blähungen
- Husten
- Mund-und Rachenentzündungen
- Cellulitis
- Ekzemen
- Psoriasis
- Verdauungsstörungen

Heilpflanzlichen Anwendungen und Tipps

Oregano hat in der Form als ätherisches Öl bei äußerlicher Anwendung eine besondere antimikrobielle Wirkung. Diese wird durch den Inhaltsstoff Carvacrol hervorgerufen, welches ein pflanzliches Phenol ist. Die Wirksamkeit gegen wesentliche Bakterienarten ist durch mehrere Studien nachgewiesen. Gute Erfolge gibt es bereits in der Anwendung des Oreganoöls bei der Fußhygiene bzw. Fußpflege zum Beispiel beim sog. Diabetischen Fuß. Oreganoöl ist auch bei Aknebakterien wirksam.

Vorsicht ist allerdings bei der Anwendung des Öls im Gesicht geboten, da das Oreganoöl sehr hautreizend ist und deshalb auf keinen Fall pur angewendet werden darf, sondern immer in Zusammenhang mit einem Trägeröl.

Oregano wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. In südlichen Ländern wird Oreganoöl schon seit langer Zeit bei Arthrosen und Rheuma verwendet. Hilfreich ist das ätherische Öl auch bei Muskelverspannungen, insbesondere im Rücken und Nacken, bei Schleimbeutel- und Sehnenscheidenentzündungen.

Der Inhaltsstoff Carvacrol ist gegen Insekten wirksam. Deshalb kann Oregano bei Mückenstichen gut angewendet werden; Juckreiz und Schwellung gehen schnell zurück.

Oregano hat eine herausragende antioxidative Wirkung. Besonders die enthaltenen Flavonide und die Rosmarinsäure bewirken diese Eigenschaft. Die antioxidative Wirkung kann sowohl durch Anwenden des ätherischen Oregano-Öls als auch in Gewürzform und als Oregano-Wasser und Oregano-Tee herbeigeführt werden.

Oregano wirkt stark durchblutungssteigernd. Es kann die Haut irritieren und die Schleimhäute reizen. Daher sollte Oreganoöl nur verdünnt aufgetragen bzw. verwendet werden. Es kann zum Beispiel mit einem Trägeröl (Olivenöl, Sonnenblumenöl) verdünnt oder in Cremes und Salben vermischt werden. Oreganoöl darf nur stark verdünnt im Gesicht aufgetragen werden und nur punktuell auf betroffene Stellen. Es sollte nicht in die Schleimhäute und die Augen gelangen. Innerlich darf reines Oreganoöl nicht angewendet werden. Für orale Anwendungen gibt es Oregano-Wasser und Oregano-Tee. Oreganoöl eignet sich auch nicht für Kinder unter 12 Jahren und nicht für Schwangere.

Die ayurvedische Wirkung von Oregano

Oregano ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa) scharf.

Die Geschmacksrichtung scharf ist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharf stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

Die energetisierende Wirkung von Oregano ist erhitzend.

Im Ayurveda wirkt Oregano blähungswidrig, verdauungsfördernd, tonisierend und kreislaufstärkend.


So beeinflusst Oregano ayurvedisch die Doshas:

Vata senkend, Kapha senkend, Pitta erhöhend.
Ayurvedisch wirkt Oregano besonders auf die Gewebe (dhatus): Plasma (rasa), Muskulatur (mamsa), Knochenmark und Nerven (majja) und auf die Systeme (srotas): Nerven, Verdauung, Atmung.


Und im Einzelnen bei den ayurvedischen Indikationen:

- Keuch- und Krampfhusten
- Magen- und Darmbeschwerden, Gastritis
- Gallenbeschwerden
- Erkrankungen der Harnwege
- Chronische und schleichende Vergiftungen
- Menstruationsbeschwerden
- Schmerzmittel bei Rheuma und Kopfschmerzen
- Schlafstörungen und Unruhe
- Gelenkschmerzen
- Heuschnupfen
- Mund- und Rachenentzündungen

Zubereitung:

Selbst als Gewürz in der Küche entfaltet Oregano seine Wirkstoffe.

In vielen Fällen, besonders aber bei Übelkeit und Menstruationsbeschwerden hilft Oreganotee. Dieser kann wie folgt hergestellt werden: 1 Teelöffel Kräutertee mit ½ Teelöffel getrockneten und zerriebenen Oreganoblättern mischen, mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Der Tee kann direkt getrunken werden. In ihm ist das ätherische Öl nur teilweise noch enthalten, weil es nicht gut wasserlöslich ist. Die wasserlöslichen Substanzen wie Rosmarinsäure, Gerbstoffe und Flavonoide sind aber im Teeaufguss enthalten.

Bei Gelenkschmerzen empfiehlt sich die Anwendung von Oreganoöl. Dieses wird hergestellt mit 100 ml kaltgepresstem Sesam- oder Sonnenblumenöl, gemischt mit zwei Teelöffeln Oregano. Diese Mischung muss mindestens einen Tag lang ziehen. Danach können die schmerzenden Gelenke zweimal täglich damit eingerieben werden. Bei Kopfschmerzen kann dieses Öl auch auf Stirn und Nacken eingerieben werden.

(zusammengefasst nach Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf, 2011, sowie Rhyner, Das neue Ayurveda Praxis Handbuch, Neuhausen/Schweiz, 2004)

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