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Berichte und Erfahrungen

Eine Pongauer Maske im Museum des Choede Klosters in Lo Manthang im Königreich Mustang / Nordwest-Nepal

Im Oktober 2012 brachten Gottfried Graf und Dr. Manfred Jahrmarkt auf ihrer ersten Pilgerreise ins Königreich Mustang in Nordwestnepal an der tibetischen Grenze als Gastgeschenk eine Pongauer „Schiachperchtenmaske“ dem Lama des Klosters Choede in der Hauptstadt Lo Manthang. Der Lama und Leiter des Museums Chhing Chhyope (Tsering Tashi) war begeistert und reihte die Maske gleich unter anderen heimischen Masken in die Ausstellung seines Museums ein.

Dem Lama kam dabei sofort die Idee, dass die Pongauer Maske in ihrem Ausdruck als „Waldgeist“ gleich zu setzen sei mit einem Mahakala (tib. mgon po nag po, Gömpo), der als im Grunde freundlicher, aber oft auch sehr zornvoller Schutzgott im tibetischen Buddhismus die Aufgabe hat, besonders die Lehre (dharma), aber auch ihre Einrichtungen (Klöster, Bibliotheken, andere Götter) zu schützen. Deshalb zählt der Mahakala zu den Dharmapalas.
Am 29. September 2013 brachen Gottfried Graf und Dr. Manfred Jahrmarkt von Pokhara aus zu ihrer zweiten Pilgerreise nach Mustang auf und erreichten nach 12 Tagen und beschwerlichen täglichen Fußmärschen ungefähr immer auf der Höhe von 4000 Metern am 11. Oktober die Hauptstadt Lo Manthang. Beschwerlich und mühsam deshalb, weil täglich mehrere Taleinschnitte und Schluchten in ständigem Auf und Ab bewältigt werden mussten, so dass insgesamt bei dieser Pilgerwanderung 9400 Höhenmeter zu überwinden waren. Das Königreich Mustang verfügt als halbautonomes Gebiet von Nepal über so gut wie keine Straßen, wenig Motorisierung, keine zentrale Elektrizität und auch sonst über keine Infrastruktur, die mit westlichen Maßstäben zu vergleichen wäre. Von Norden her versuchen die Chinesen, mit Straßenbau und Infiltration in Mustang mit seiner fast ausschließlich tibetischen Bevölkerung Fuß zu fassen.

Groß war die Wiedersehensfreude mit dem Lama Tsering Tashi und den Mönchen, vor allem aber die Begeisterung, mit der der Lama uns in sein Museum führte und auf die Pongauer Maske deutete, die dort zwischen heimischen Göttermasken hing.

Er berichtete, das gerade westliche Besucher, aber auch einheimische ihn immer wieder ansprechen würden, was diese offensichtlich westliche Maske bedeuten soll und wie ihr Ausdruck zu interpretieren sei. Dabei hilft ihm die von uns in 2012 mitgebrachte und hinterlegte Beschreibung der Maske in englischer und deutscher Sprache, die auch von Besuchern viel genutzt wird. So ist die Schiachperchtenmaske aus dem Pongau zu einem wahren Highlight in diesem weltabgelegene Kloster mit seinem Museum geworden.

Das Museum selbst ist in seinem heutigen Zustand als Gebäudeteil des Choede Klosters kaum gesichert, die Ausstellungsstücke selbst, die nach Aussagen von Fachleuten enorme Werte darstellen, sind gar nicht gesichert und werden mehr oder weniger wahllos präsentiert. Als kleine Hilfe der Sicherung und Bewahrung gaben Gottfried Graf und Dr. Manfred Jahrmarkt die Zusage, einen Katalog der Ausstellungsstücke des Museums anzufertigen und herstellen zu lassen. Dieser Katalog soll dann voraussichtlich ab 2015 den Besuchern eine Hilfestellung bei der Sichtung und Bewunderung der Schätze sein, wobei die Pongauer Maske auch hier ihren gebührenden Platz finden wird.

Lama Tsering Tashi mit unserem Chef-Sherpa Ang Kami

Aber das werden die beiden Pilger bei ihrem möglichweise dritten Besuch im Königreich Mustang und im Klostermuseum mit Hilfe des Lamas Tsering Tashi und ihrem Chef-Sherpa Ang Kami selbst überprüfen und dann wieder berichten.

© Gottfried Graf, Dr. Manfred Jahrmarkt